Kjona Verlag, München 2026
ISBN
9783910372832 Gebunden, 304 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Anne Flückiger und Katharina Martl. Tagsüber flößt Richterin Jessica Parks Sexualstraftätern - und ihren Anwälten - in London Respekt ein. Fall für Fall entlarvt sie, wie Männer die Gesetze zugunsten von Männern auslegen. Abends ist sie die überforderte Mutter eines siebzehnjährigen Sohnes, der in der Schule gemobbt wird. Als man Harry vorwirft, eine Mitschülerin vergewaltigt zu haben, stürzt Jessica in einen schier unaushaltbaren Konflikt. Zeit ihres Lebens kämpft sie dafür, dass wir als Gesellschaft den Opfern Glauben schenken. Aber ihr Sohn schwört auf seine Unschuld. Und sie fühlt sich verpflichtet, ihm beizustehen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.10.2026
Ein wenig scheint die "theatralische Versuchsanordnung" schon durch in Suzi Millers auf ihrem Theaterstück basierenden Roman, trotzdem ist ihr ein spannendes Buch gelungen, meint Rezensentin Meike Feßmann. Die erfolgreiche Londoner Richterin Jessica Parks kämpft darin für Vergewaltigungsopfer und gegen die patriarchale Dominanz auch ihrer Kollegen, bis ihr eigener Sohn der Vergewaltigung beschuldigt wird. Überzeugend findet Feßmann, wie in kleinen Szenen - Sohn Harry versetzt Jessica mit einem Anruf mitten in einer wichtigen Verhandlung in Panik, will dann aber nur sein Hawaii-Hemd - der "meistens immer noch weibliche Rollenkonflikt" zwischen Kind und Karriere verhandelt wird, der auch die Hauptfigur belastet und sie schließlich in die ultimative moralische Zwickmühle bringt. Wie die australisch-britische Theaterautorin und ehemalige Anwältin so "etliche" gesellschaftliche Themen aufgreift und vor allem die große Frage nach der richtigen Erziehung in einem patriarchalen System stellt, gefällt der Kritikerin bis auf einige "plakative" Züge gut.
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