Susanne Fritsche

Die Mauer ist gefallen

Eine kleine Geschichte der DDR. (Ab 10 Jahre)
Cover: Die Mauer ist gefallen
Carl Hanser Verlag, München 2004
ISBN 9783446204508
Gebunden, 152 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Susanne Fritsche, die zehn Jahre alt war, als die Mauer fiel, erzählt die Geschichte der DDR von den Anfängen bis zum Ende 1989. Und sie erzählt von der Zeit, in der sie selbst in der DDR gelebt hat: vom Sandmann und von Thälmann-Pionieren, von Mangelware und Westpaket, von Fahnenappellen und der Timurhilfe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.2004

Rezensentin Tinka Wolf kann dieses Buch nur empfehlen. Die 24-jährige Autorin, selbst in der DDR aufgewachsen, hat ein Sachbuch über die negativen Seiten der DDR zusammengestellt, das Wolf vor allem wegen seiner "klaren Struktur" und Anschaulichkeit gefällt. Geschichte, Wirtschaft und dem Mauerfall sind eigene Kapitel gewidmet. Dazu kommt ein Kapitel mit den persönlichen Erfahrungen der Autorin. Wolf lobt den "sachlichen Tonfall", die "Kompetenz und Ernsthaftigkeit der jungen Autorin. Sie hat sorgfältig recherchiert und damit ihr eigenes, großes Interesse am Thema unter Beweis gestellt."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2004

Die Rezensentin Sieglinde Geisel ist von diesem Buch, das sich um eine kindgerechte Einführung in die Geschichte der DDR bemüht, ganz und gar nicht beeindruckt. Der Autorin fehlt der persönliche Zugang, was die Rezensentin gleich im ersten Kapitel gestört hat, das einen Zeitraum beleuchtet, den Susanne Fritsche nicht selbst erlebt hat: Das sei "kein gelungener Einstieg in die Materie", schimpft die Rezensentin, "der Text ist nicht nur trocken, sondern teilweise so inhaltsleer wie offiziöse DDR-Verlautbarungen". Zwar lockert sich der Tonfall später auf, doch bleibt bei der Rezensentin der "Verdacht einer didaktischen Inszenierung" hängen. Allein die abgebildeten Faksimile, die den Alltag vergegenwärtigen, wiegen nach Meinung der Rezensentin einige Defizite des Buches auf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.05.2004

Ralf Husemann würdigt es als großes Verdienst der Autorin Susanne Fritsche, dass sie mit ihrem Buch Kindern und Jugendlichen die Geschichte der DDR vermitteln will, die davon nur noch vom Hörensagen wissen. Mit Befriedigung stellt der Rezensent fest, dass die Autorin, die aus einem durchaus persönlichen Blickwinkel über die DDR erzählt, das Land ihrer Kindheit keineswegs "verklärt", sondern informativ und genau über "martialische Grenzsicherung" oder die Stasi berichtet. Auch die Fachbegriffe werden für junge Leser "verständlich" und leicht zugänglich am Fuß jeder Seite erklärt, lobt der Rezensent. Er räumt ein, dass sich das Buch "insgesamt etwas spröde" liest, aber er findet es dennoch für den Einstieg in die jüngere deutsche Geschichte sehr gelungen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2004

Henrik Eberle meint, dass diese Darstellung der Geschichte der DDR für Kinder erst ab der 33. Seite "interessant" wird. Dort erzählt die Autorin Susanne Fritsche nämlich aus ihrer eigenen Kindheit in der DDR. Bis dahin sind die Erklärungen über die Anfänge der DDR ziemlich "trocken" und wenig anschaulich, moniert der Rezensent. Die folgenden Erläuterungen zu Begriffen und Ereignissen der DDR lobt Eberle als "gut bebilderte Enzyklopädie", wenn er auch manche Begriffe etwas verwirrend dargestellt findet. Insgesamt hält der Rezensent die "Naivität" Fritsches durchaus für hilfreich, um manches anschaulicher zu machen. Allerdings hätte er es gern gesehen, wenn die Autorin auch einmal die Frage nach dem "Warum" gestellt und vielleicht auch beantwortet hätte. Denn allzu oft bescheidet sich Fritsche mit der einfachen Aneinanderreihen der Geschehnisse, wobei "politische Zwänge und ideologische Motive" im Dunkeln bleiben, so der Rezensent etwas unzufrieden.
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