Stephan Roiss
Lauter
Roman

Jung und Jung Verlag, Salzburg 2024
ISBN 9783990272930
Gebunden, 240 Seiten, 23,00 EUR
ISBN 9783990272930
Gebunden, 240 Seiten, 23,00 EUR
Klappentext
Leon lebt wie im Rausch, sucht Entgrenzung in der Fremde und probt den Aufstand daheim. Bis er von weither zu spät zurückkommt, als seine Mutter stirbt. Selbstvorwürfe quälen ihn, Erinnerungen suchen ihn heim, verbittert zieht er sich zurück. Selbst Vio und Milena, die beiden ungleichen Freundinnen, können daran nichts ändern, und auch nicht, dass ihre gemeinsame Punkband vor einem Durchbruch steht. Als Leon erfährt, dass er Krebs hat, folgt er einer Einladung nach Venedig, wo ihn ein alter Freund in die Kunst der Meditation einführt. Doch die Reise, auf die Leon sich begibt, endet nicht dort, sondern geht weiter, quer durch Italien, bevor er schließlich auf der Vulkaninsel Stromboli landet. Unverhofft findet er sich in einer Welt wieder, in der die Liebe schamlos ist, die Gitarren wieder fiepen und dröhnen und eine Versöhnung mit dem Leben möglich scheint.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 18.07.2024
Insgesamt gern erkundet Rezensent Cornelius Wüllenkemper mit Stephan Roiss' Roman das Innenleben eines österreichischen Punkmusikers. Der heißt Leon, hatte sich über die Jahre von seinen Eltern entfremdet und lange in Kuba gelebt. Als seine Mutter im Sterben liegt, wird er allerdings laut Rezensent mit den basalen Mechanismen der Existenz wie Familie und Leben konfrontiert - mit Dingen, die in einer rein individualistischen Weltsicht keinen Platz haben. Roiss, selbst als Musiker aktiv, schreibt so prägnant, wie Punksongs klingen, lobt Wüllenkemper, der allerdings auch anmerkt, dass sich gelegentlich etwas arg viel schwitziger Rockmusikpathos in das Buch schleicht. Auch ist ihm die Erzählung, in der es viel um Krankheit und familiäre Zerrüttungen, gerne jeweils in Dopplungen, geht, manchmal etwas zu konstruiert. Trotzdem ein schönes Buch über die Schwierigkeiten, mit den Herausforderungen des Lebens fertig zu werden, resümiert der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2024
Stephan Roiss war mit seinem Debüt vor ein paar Jahren für den Deutschen Buchpreis nominiert, weiß Rezensentin Rosalyn Kleutgens, sein neuer Roman geht in eine ähnliche Richtung: Familiäre Zerrissenheit spielt auch in der Geschichte um den Punkmusiker Leon eine Rolle, die Mutter stirbt, zum Vater hat er keinen Kontakt mehr, seine Karriere hebt auch nicht wirklich ab. Mit genauem Blick beschreibt Roiss diese Figuren, so Kleutgens, auch gelegentlich überflüssige Hypotaxen stören sie weniger, die "Direktheit und unverblümte Art der Figuren" macht das wett und schafft so ein außergewöhnliches Buch, lobt sie.
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