Das einstmals stolze Reich von König Erich XIII. steht in Flammen. Der Herrscher ist mit seinem Schreiber Rikmann nach Gotland geflüchtet, wo er nur noch eines will: in Ruhe sterben. Unerwartete Hoffnung für den König naht in Gestalt eines totgeglaubten Meeresreisenden: Der Kartenzeichner Nicolaus Swart wurde vor vielen Jahren ausgeschickt, Nebelheim, das irdische Paradies, zu finden. Am Sterbebett des Königs erzählt er von seiner schreckensreichen Fahrt ins Meer der Finsternis, wo ewiges Eis und sagenhafte Ungeheuer jedes Schiff zu verschlingen drohen. Doch den Schreiber Rikmann befallen Zweifel an dem abenteuerlichen Bericht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2009
So schwebend Stephan Puchners Roman um das sagenhafte, vom Kartografen Swart entdeckte "Nebelheim" dem Rezensenten erscheint, so schwebend kommt uns die Besprechung vor. Thomas Scholz gibt offen zu, dass die Lektüre seine Zweifel eher genährt als entkräftet hat. Das Buch hält er für einen fantastischen Reiseroman mit Ähnlichkeiten zu Morus' "Utopia", auch wenn die Balance zwischen Wirklichkeit und Fantasie vom Autor bis zum Ende durchgehalten wird, wie er einräumt. Wenn Puchner schließlich doch zurückfindet zur Realhistorie, ist Scholz zwar ernüchtert. Die wenig anachronistisch anmutende Sprache und der Verzicht auf "hohe Minne" und schwertschwingende Rittersleut machen diese Version des skandinavischen Mittelalters dem Rezensenten sympathisch.
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