Karibu Verlag, München 2026
ISBN
9783961295708 Gebunden, 224 Seiten, 16,99
EUR
Klappentext
Der 15-jährige Jarik hat endgültig genug: Sein Vater ist abgehauen, seine Mutter kritisiert ihn unablässig und selbst seine Freunde scheinen ihn nicht mehr zu verstehen. Ein Lichtblick bleiben nur Mo, in die er heimlich verliebt ist, und der Boxclub, wo er seinen Ärger abreagieren kann. Eines Tages fällt er dort Falk auf - dem Jungen, zu dem alle aufschauen. Falk lädt Jarik in ein Zeltlager ein, einen Ort, an dem man lernt, ein richtiger Mann zu werden. Schritt für Schritt werden die neuen Kameraden für Jarik wichtiger als alles andere, bis es keinen Weg zurück gibt - und eine Katastrophe unausweichlich wird.
Rezensent Oliver Jungen liest mit "Faustschlag von rechts" ein kluges, interessantes und einfühlsames Buch über den Reiz rechter Gruppierungen für verunsicherte junge Menschen - ein Buch mit einer wichtigen Botschaft, die da lautet: Lassen wir die Hand augestreckt, überlassen wir Jugendliche wie Jarik nicht den rechten Mächten! Jarik, das ist der Protagonist in Stefanie Kaluzas Jugendroman, erklärt Jungen. Anfangs deutet nichts auf eine besondere Anfälligkeit für rechte Ideologien hin. Jarik hat politisch links orientierte Freundinnen und Freunde, er wird als sensibel, reflektiert und friedfertig vorgestellt. Zwei Begebenheiten, die er als harsche Zurückweisung erlebt, erzeugen in dem verunsicherten Jungen jedoch viel Frustration und Wut und machen ihn empfänglich für die Heilsversprechen, aber auch den tatsächlichen Gemeinschaftssinn in einer rechten Jugendgruppierung. Davon erzählt Kaluza in einer realitätsnahen Alltagssprache, die auch gewisse Ausdrücke nicht scheut. Dass die Autorin das "Richtige im Falschen" sucht - jenen Gemeinschaftssinn etwa oder die Naturverbundenheit - findet der Rezensent besonders stark. Ihr geht es nicht darum, Menschen wie Jarik zu verurteilen, sondern wirklich zu verstehen, und am Ende: Hoffnung zu spenden, so der Rezensent. Einzig das Lektorat verdient Kritik, das laut Jungen etliche orthografische Fehler übersehen hat.
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