Mit Beiträgen von Christoph Meissner, Tanja Zimmermann und Andreas Hilger. Die ehemaligen sowjetischen Militärbasen im Osten Deutschlands sind ein vergessenes und verkanntes Kulturerbe, das keinen Platz im kollektiven Gedächtnis Deutschlands erhalten hat. Sowjetische Orte sind zu lost places geworden, die aus der Geschichte "herausgefallen" sind. Um sie in Erinnerung zu halten braucht es Fotografen wie Stefan Neubauer, der sie wie ein Archäologe oder gar ein Forensiker mit seiner Kamera dokumentiert und die Atmosphäre der verlassenen Orte in mehr als 1000 Fotografien eingefangen hat. Die in diesem Bildband gezeigten Fotografien sind in einem Zeitraum von über zehn Jahren entstanden. Es sind verborgene Schätze aus einer längst vergangenen Zeit, diesen Zeugnissen aus dem Kalten Krieg, den verlassenen Kasernenanlagen, den überdimensionalen Propagandabildern und zum Teil skurril anmutenden Wandmalereien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2022
Rezensentin Kerstin Holm ist ganz gerührt von den Fotografien in diesem Bildband von Stefan Neubauer. Die verlassenen Kasernen und die langsam verblassenden Wandmalereien der russischen Streitkräfte in den östlichen Bundesländern haben es ihr angetan. Sichtbar wird auf den Bildern für sie zum einen die schiere Größe des Kontingents der Sowjettruppen, aber auch private Träume und ideologisches Marschgepäck der Stationierten. Neben leeren Festsälen und Schwitzbädern dokumentiert Neubauer erotische Amateurzeichnungen, heroische Kosmonauten, Athleten und Soldaten von "antikischer Grandezza" im Panoramaformat, schwelgt Holm.
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