Ein verwunschenes Haus, direkt an einem einsamen See. Hier verbringt Greta die letzten Tage der Sommerferien. Gemeinsam mit ihrer Mutter und deren Freundin Jella, die hier mit ihren beiden Kindern wohnt, seit sie aus Kenia zurückgekehrt ist. Aber Jonah, der etwa in Gretas Alter ist, scheint sich nicht im Mindesten über ihren Besuch zu freuen und verschwindet immer wieder. Hängt das mit dem Boot zusammen, das mehrmals auf dem See treibt, obwohl es gut am Steg vertäut war? Nach und nach erfährt Greta, was sich hinter all dem verbirgt und lernt, was es heißt, als unerwünschte Fremde in der Dorfgemeinschaft zu gelten. Vor allem aber erkennt sie, dass nicht nur sie mit Ausgrenzung zu kämpfen hat.Ein feinfühliger Roman über einen Sommer, der alles verändert
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023
In den Sommerferien fährt Greta mit ihrer alleinerziehenden Mutter zu deren Freundin in ein norddeutsches Dorf, das zunächst idyllisch wirkt, aber doch seine rassistische Seite enthüllt, beschreibt Kritiker Steffen Gnam den Einstieg seine Lektüre von Sigrid Zeevaerts Jugendroman. Besagte Freundin hat nämlich zwei schwarze Kinder, mit denen sie aus Kenia wieder nach Deutschland gekommen ist, weil sie sich dort ausgegrenzt gefühlt hat, erklärt er, jetzt sind es Jamila und Jonah, die von der weißen Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen werden, indem sie rassistisch beleidigt werden. Greta lernt Jonah besser kennen und damit auch die Probleme, die ihm von seinen vermeintlichen Freunden wegen seiner Hautfarbe gemacht werden - es entwickelt sich eine Sogwirkung, der sich der Rezensent kaum entziehen kann, auch wenn es mehr inneren Monolog als äußere Handlung gibt. Trotzdem ist das Buch auch leise hoffnungsvoll-optimistisch, dass es Veränderungen geben kann - für Gnam ein "nachhaltiges Plädoyer für das Erlernen interkultureller Kompetenz", das er gerne empfiehlt.
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