Wahrnehmungen, Erfahrungen und Reaktionen westdeutscher evangelischer Pfarrer auf die Apartheid im südlichen Afrika.Die evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik waren direkt am Apartheidkonflikt in Südafrika und Namibia beteiligt. Diese Mitwirkung zeigte sich in der personellen und finanziellen Unterstützung deutschsprachiger Auslandsgemeinden durch die Evangelische Kirche in Deutschland. Eine Schlüsselrolle in diesem transnationalen Beziehungsgeflecht spielten westdeutsche Geistliche, die über das Kirchliche Außenamt als "Auslandspfarrer" in die Auslandsgemeinden entsandt wurden. Angesichts der seit den späten 1960er Jahren wachsenden internationalen Proteste gegen die Apartheid geriet diese Form der Unterstützung in die Kritik. Der Umgang mit der Apartheid wurde so zu einem Grundkonflikt des Auslandsdienstes westdeutscher Pfarrer in Südafrika undNamibia. Gestritten wurde um die Einheit der Kirche über "Rassen"-Grenzen hinweg, über Begegnungen zwischen "Schwarz" und "Weiß" und um das rechte Kirchen- und Glaubensverständnis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2020
Monika Remé erfährt aus Sebastian Justkes Dissertation, wie sich westdeutsche Pfarrer in den siebziger und achtziger Jahren in Südafrika und Namibia engagierten und sich zur Apartheid verhielten. Den Umgang der Kirchenmänner mit dem Privileg als Weiße, mit dem eigenen völkischen Denken und der Rolle im politischen Spektrum der afrikanischen Gemeinden arbeitet der Autor laut Remé kenntnisreich und "mit großem Verständnis" für das Handeln der Seelsorger heraus. Remé fällt allerdings auf, wie eng das Verständnis von Apartheid beim Autor ist. Die ökomomischen Vorteile der Pfarrer scheint ihr der Autor zu wenig in Betracht zu ziehen, ebenso ihren historischen "eigenen Rassismus".
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