Sebastian Junger

War

Ein Jahr im Krieg
Cover: War
Karl Blessing Verlag, München 2010
ISBN 9783896674418
Gebunden, 336 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Teja Schwaner. Dies ist kein Buch über Afghanistan oder den Krieg gegen den Terrorismus. Es ist ein ergreifendes, ehrliches, sehr intensives Buch über Männer im Krieg, über den Zusammenhalt einer Gruppe, in der jeder alles für die anderen tun würde, auch wenn man sich nur kurze Zeit kennt. Junger schreibt seine Erfahrungen aus der Zeit nieder, als er einen Zug des Zweiten Bataillons der US-Army ein Jahr lang in Afghanistan begleitete.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2011

Beeindruckt zeigt sich der bekannte Politologe Herfried Münkler von Sebastian Jungers Buch, das aus der Fülle der Kriegsliteratur positiv hervorrage. Er hebt hervor, dass der Reporter die Soldaten ein Jahr auf einem amerikanischen Stützpunkt begleitet und auch die Kämpfe miterlebt hat. Das Kämpfen und Töten sieht er denn auch hier im Zentrum des Buchs: mit "kalter Sachlichkeit" schildere der Autor die Adreanlinschübe im Nahkampf, physische Gewalt, Massaker, Langeweile zwischen Einsätzen. Das Buch zeichnet sich für Münkler einerseits durch Nähe zum Geschehen aus, andererseits durch Jungers Reflexion über sein Berichten, die auch deutlich macht, dass Objektivität für ihn als "embedded correspondent" nicht möglich ist. Zudem findet er in dem Buch zahlreiche erhellende Beobachtungen, etwa, dass Sieges- und Durchhaltewillen kaum von Ideologien und politischen Zielen, sondern vom Zusammenhalt und Akzeptanz in der Gruppe abhängen. In diesem Zusammenhang betont Münkler auch, dass der Autor seine Beobachtungen stets mit kriegsgeschichtlichen, militärsoziologischen, psychologischen Studien abgleicht. Das für ihn eigentlich Provozierende an vorliegendem Buch, ist für ihn die Erkenntnis, dass der Krieg die Soldaten vom sozialen Scheitern schützt und der Kampf ihnen zur Sucht wird.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.12.2010

Günter Ohnemus kann Widersprüche offenbar gut aushalten. Es gibt so vieles, was ihn an Sebatian Jungers Bericht aus Afghanistan "War" stört, was er falsch und furchtbar findet, aber dennoch preist er das Buch als bedrückend und beeindruckend, als "stark und mächtig und klar" und ganz einzigartige Leseerfahrung. Junger war für "Vanity Fair" in Afghanistan, eingebettet bei einer Einheit im östlichen Korenga-Tal, das Junger als das Afghanistan Afghanistans beschreibt: "Zu abgelegen, als dass es erobert werden könnte, zu arm, als dass man es einschüchtern könnte, zu autonom, als dass es sich kaufen ließe." Junger geht es allerdings in seinem Report weniger um die politische oder militärische Lageentwicklung, als vielmehr um den Krieg als existenzielle Erfahrung. Er hat dort in ständiger Nähe zum Tod gelebt, den Krieg und das Kämpfen so unmittelbar erfahren, dass er nun weiß, dass zwanzig Minuten Kampfgeschehen mehr "Lebensintensität" vermitteln als das ganze restliche Leben. Ohnemus liest die Reportageteile des Buches unerhört beeindruckt: "Junger ist ein erstklassiger Schreiber. Was ihn dagegen kalt lässt, sind die Passagen, in denen Junger das Ganze wissenschaftlich ("Metaanalysen") untermauern will. Das hält Ohnemus alles für ganz großen Mumpitz, und über die Übersetzung breitet er lieber den Mantel des Schweigens.

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