Klappentext
Mit einem Vorwort von Karl Schlögel. Sebastian Haffner über die deutsch-russischen Beziehungen. Haffner erzählt eine verwickelte Geschichte voller Widersprüche, die mit der Unterstützung der bolschewistischen Revolution durch das kaiserliche Deutschland beginnt und 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer endet. Wenn ein kurzfristiger Vorteil lockte, waren beide Seiten zu jeder Prinzipienlosigkeit bereit. Folgten die deutsch-russischen Beziehungen bis in die jüngste Zeit diesem Muster? In seinem ausführlichen Nachwort zeigt der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel, dass Haffners Einschätzungen auch heute noch gültig sind. 1968 zum ersten Mal erschienen, lange Jahre nur in einer verkürzten Ausgabe erhältlich, ist dieses Buch bis heute von beklemmender Aktualität.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.05.2026
Rezensent Thomas Schmid empfiehlt die Wiederentdeckung dieses Buches, in dem sich Sebastian Haffner 1968 den deutsch-Russischen Beziehungen seit 1917 widmet. Keineswegs allerdings, weil Haffner hier zeitlose Wahrheiten verkündet. Ganz im Gegenteil interessiert sich Schmid für die zeitgebundenen Aspekte dieser Schrift, die auf einer Stern-Kolumne Haffners basiert. Der Autor spürt der gegenseitigen Faszination von Deutschland und Russland nach und kommt dabei auf einige interessante historische Konstellationen zu sprechen - etwa wenn es darum geht, wie das Deutsche Kaiserreich Lenin förderte, in der Hoffnung, damit Russland zu schwächen. Als intim beschreibt Haffner die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, was im Zweiten Weltkrieg freilich in einen von Haffner schonungslos beschriebenen Vernichtungsfeldzug kippt. Mit Hitler geht der Autor hart ins Gericht, Stalin hingegen kommt nicht allzu schlecht weg, außerdem schreibt Haffner über Osteuropa mehr oder weniger als Verfügungsmasse zwischen den beiden entscheidenden Mächten. Solchen heute nicht mehr haltbaren Gedanken zum Trotz hat der Autor ein relevantes, stilistisch herausragendes Buch geschrieben, das die Beziehung zwischen Deutschland und Russland als Tragödie erzählt, findet der Kritiker.
Buch in der Debatte
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