Lichtjahre von der Erde entfernt haben Menschen eine Stadt gebaut, in einem unbedeutenden Sonnensystem: Die am Reißbrett entworfene Oneiropole sollte Symbol einer neuen, besseren Gesellschaft werden, aber Rheit ist ein kleiner, feindseliger Planet, vom Außenparasiten umkreist, der nachts blutrot am Himmel steht. Von Wüste und flirrender Hitze umgeben, sind alle früheren Ideale der Siedler zu hohlen Phrasen verkommen. Man interessiert sich für nichts, gibt sich geistlosen Spielen hin und beteiligt sich nicht mehr an politischen Entscheidungsprozessen. Und die Träume der Menschen haben ein Eigenleben entwickelt: Die Wirklichkeit wird brüchig, alles scheint in Auflösung begriffen. Nur der Wissenschaftler Aspi kämpft mit seiner Partnerin, der Lehrerin Obla, und ihrem gemeinsamen Sohn Chao gegen den unaufhaltsam scheinenden Untergang der Stadt an ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.01.2018
Moritz Müller-Schwefe hält viel von Sebastian Guhrs Romankunst. Die Zukunftsvisionen des Autors, angesiedelt auf dem Planeten Rheit im 28. Jahrhundert jagen ihm als mögliches Endstadium zeitgenössischer Rationalisierungsbemühungen zwar einen Heidenschrecken ein, doch wie Guhr seine Figuren zwischen Selbstoptimierung und Lust am Träumen entwirft, reißt den Rezensenten mit. Liebevolle Figuren, starke Bilder und ein Sog hin zum Anarchisch-Fantastischen findet er absolut lesenswert.
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