Sarah Jäger

Nach vorn, nach Süden

(Ab 14 Jahre)
Cover: Nach vorn, nach Süden
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2020
ISBN 9783499002397
Gebunden, 224 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Auf dem Hinterhof des Penny-Marktes bekommt man seinen Namen, ob man will oder nicht. Wenn man Glück hat, wird man mit einem "unser" geadelt, so wie unser Pavel. Oder man hat Pech. So wie Entenarsch. Sie hat ihren Namen von Jo, der seit Monaten verschwunden ist. Die Suche nach ihm entwickelt sich zu einem wilden Sommertrip durch brüllend heiße Julitage. Ohne Plan, ohne Klimaanlage, immer weiter nach Süden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2020

Rezensentin Roswitha Budeus-Budde beschreibt diesen Jugendroman als "Parforceritt durch die Pubertät": Die jugendlichen Aushilfen in einem Penny-Markt im Ruhrgebiet vermissen ein Mitglied ihrer üblichen Clique und begeben sich mithilfe einer Außenseiterin auf die Suche nach ihm, weil sie als einzige ein Auto hat, erzählt sie. Auf der Suche, die von unvorhergesehenen Partys unterbrochen wird, finden die Protagonisten zueinander und erleben ihr Coming-of-Age, erklärt die Kritikerin, die beim Lesen das Gefühl hatte, ihre eigenen Erfahrungen wiederzuerkennen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.03.2020

In der deutschen Höhenkammliteratur werden Figuren aus prekären Milieus entweder als mitleiderregende Opfer oder als passive Langweiler gezeichnet, meint Rezensent Hartmut El Kurdi. Sarah Jäger jedoch begegnet ihren Protagonisten in "Nach vorne, nach Süden" auf Augenhöhe, und genau das, so El Kurdi, zeichnet diesen großartigen Debütroman einer Autorin aus, der unser Kritiker ein Talent für die authentische Figurenzeichnung und Beschreibungen komplexer Beziehungen bescheinigt. Lena und ihre Freunde sind facettenreiche, aktiv handelnde Charaktere mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Diese Hintergründe, wie zum Beispiel Cans türkische Herkunft, Lenas Studium oder Pavels Homosexualität werden jedoch nur am Rande thematisiert, sozusagen im Vorbeigehen, worin der Rezensent eine weitere Stärke des Romans erkennt - weshalb, das erfahren wir nicht. Vielleicht weil man das wirklich Wichtige, den Wald vor lauter Bäumen, manchmal nur aus dem Augenwinkel erkennt.

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