Sarah E. Miano

Enzyklopädie vom Schnee

Roman
Cover: Enzyklopädie vom Schnee
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783100484109
Gebunden, 269 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Uda Strätling. In Buffalo, in einem im Blizzard stehen gelassenen Auto, findet sich ein mysteriöses Notizbuch. In ihm verzweigen sich eine Fülle von Geschichten, die wie ein Schneekristall um eine Achse wachsen: Vor den Augen des Lesers entsteht eine suggestive Erzählung über das Heranwachsen, über die Einsamkeit in der Dämmerung der Vorstädte, über eine verlorene Kindheit und die erste Liebe.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2005

Sarah Emily Mianos Debüt kommt zwar durchaus "schlank und gegenwartsnah" daher, meint Rezensentin Angela Schader. Von ihrem großen Vorbild W. G. Sebald, unter dessen Ägide sie ihr literarisches Handwerk erlernte, sei die junge Autorin jedoch noch weit entfernt. "Mangelnde Lebenserfahrung", urteilt die Kritikerin, ließen Mianos Enzyklopädie zu den Leitthemen Schnee, Kälte und Eis eher in die Breite statt in die Tiefe gehen. Die "literarische Koketterie" der Autorin und der "Reichtum an Innen- und Außenperspektiven" könnte zwar für den geschulten Leser eine "Herausforderung" sein, für Nicht-Romanisten allerdings ermüdend werden. Zu oft verschlüsselt Miano Autorennamen, fordert den Leser zur Lösung literarischer Rätsel auf und bewegt sich damit nur im "detektivisch-spielerischen Bereich". Allein die längeren, erzählenden Sequenzen, in denen die Autorin Einblicke in ihre amerikanische Kindheits- und Jugendwelt gibt, erscheinen der Rezensentin "lebendiger und weniger angestrengt". Doch auch hier bleibt die Kritik Schaders nicht aus: Denn gerade in diesen Stellen "zeigt sich am gnadenlosesten", wie tief der Graben zwischen der Autorin und ihrem Mentor ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2004

Sarah Emily Miano verlangt ihren Lesern mit diesem Roman durchaus einiges ab, stellt Klaus Böldl fest. Das Buch setzt sich nämlich aus von "Fragmenten flankierten" erzählerischen Passagen zusammen, wobei das Korsett des Textes sich aus einem Konvolut aus alphabetisch geordneten Aufzeichnungen, Zitaten, Geschichten und Notizen zu Stichworte ergibt, die sich allesamt um den Themenkomplex Schnee, Eis und Kälte drehen, erklärt der Rezensent. Dabei demonstriere die in England lebende amerikanische Autorin, dass sie neben dem "Rauschen der Tradition", welches sie in den vielstimmigen Zitaten eingefangen hat, auch "selbst in bester angelsächsischer Manier" zu erzählen imstande ist. Nicht immer sind die Bezüge der verschiedenen Fragmente ohne weiteres nachvollziehbar, räumt der Rezensent ein. Vielmehr handele es sich bei dem Roman um ein "Buch der Brüche", das mitunter geradezu irritierend wirke insgesamt aber zweifellos eine "kurzweilige und lohnenswerte" Lektüre darstelle, wie Böldl versichert.

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