Gerade dreißig Stunden ist es her, dass im Radio verkündet wurde, Deutschland denke nicht daran, die neutralen Länder Belgien und Holland anzugreifen, als die ersten Bomben auf Brüssel fallen. Sylvian Horn und seine Freundin Malvine van Gent befinden sich plötzlich auf der Flucht und teilen mit so vielen anderen ein Schicksal: von den Deutschen verfolgt zu werden und keine neue Heimat in Frankreich zu finden. Denn bald wird deutlich, daß die Wehrmacht nicht an der Grenze zu Frankreich haltmacht, und so bleibt nur der Ausweg, über Spanien nach Portugal zu kommen. Lissabon ist der letzte offene Hafen Europas, die letzte Hoffnung der Verfolgten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2009
Wie erstaunlich!, findet Tilman Spreckelsen. Dass Salamon Dembitzer seine eigenen schmerzhaften Erfahrungen der Flucht und des Exils in diesem Roman so glanzvoll verarbeiten konnte, hält er für eine große Leistung. Das Buch lässt Spreckelsen teilhaben an diesem "ungeheuren Thema". Überwältigend wird es für den Rezensenten erst durch die Erweiterung der eigenen Biografie zu einem zeitlosen Panorama der Flüchtlinge, in dem die ganze Anspannung zwischen Furcht und der Hoffnung auf Erlösung "meisterlich wie beklemmend" vermittelt wir.
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