Aus dem Amerikanischen von Gisbert Haefs. Drei Kandidaten treten bei den ersten freien Wahlen im fiktiven afrikanischen Albertia an, das danach von der britischen Krone unabhängig werden soll. Der Rohstoffreichtum macht das Land für diverse Unternehmen attraktiv und öffnet der politischen Korruption Tür und Tor. Der brillante PR-Mann Peter Upshaw, der eine erfolgreiche Werbe-Agentur mit Sitz in London vertritt, heuert den gewieften politischen Strategen Clinton Shartelle an, um der Kampagne "ein bisschen amerikanisches showbiz einzublasen" - und dafür zu sorgen, dass Chief Akomolo die Wahl gewinnt. Beide müssen tief in die (dreckige) Trickkiste greifen, denn auch die CIA arbeitet hinter den Kulissen daran, ihren eigenen Kandidaten um jeden Preis durchzubringen. In Stimmenfang bedient sich Ross Thomas explizit seiner Erfahrungen als politischer PR-Mann und Wahlkampforganisator: In den 1960er-Jahren erhielt er von einer Londoner Agentur den Auftrag, die Präsidentschaftskandidatur des Stammesführers Chief Obafemi Awolowo im gerade unabhängig gewordenen Nigeria zu organisieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2025
"Nicht genug loben" kann man Rezensent Hannes Hintermeier zufolge das verlegerische Unterfangen Alexander Wewerkas, Ross Thomas' Romane allesamt von Gisbert Haefs neu übersetzen zu lassen und zu verlegen, nun ist auch der letzte Band erschienen. Der Ich-Erzähler Peter Upshaw, ein Journalist, ist dem Autor nicht unähnlich, erfahren wir, er soll einen Politstrategen damit beauftragen, Wahlkampf in einer fiktiven afrikanischen Kolonie zu betreiben. Dabei stehe vor allem die Politik selbst im Zentrum, ein intrikates Geflecht aus reichen Beraterfirmen, rassistischen Strategen und Wählermanipulation. Hintermeier möchte nicht verraten, wie es ausgeht, aber eine dringende Empfehlung für den Roman abgeben.
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