btb, München 2026
ISBN
9783442776269 Paperback, 416 Seiten, 17,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Stephan Glietsch. Waterville, Maine: In einem heruntergekommenen Viertel namens "Little Canada" herrscht Babs Dionne - Großmutter, Franko-Amerikanerin, Drogenbaronin. Mit eiserner Hand und einem großen Herzen kontrolliert sie den Rauschgifthandel der Region, zusammen mit ihren trinkfesten Jugendfreundinnen, die ihr Tag und Nacht zur Seite stehen. Als ihre jüngste Tochter Sis spurlos verschwindet und alle vermuten, dass ihr etwas angetan wurde, beginnt für Babs ein gnadenloser Rachefeldzug. Doch Babs muss sich nicht nur mit allen Mitteln gegen äußere Feinde wehren, sie kämpft auch gegen den Zerfall ihrer eigenen Familie. Ron Currie erzählt mit schwarzem Humor, Verve und unerschrockener Klarheit.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.09.2026
Sucht, Krieg, Korruption und Gewalt - Die Drogenhändlerin Babs Dionne und ihre Familie führen ihre Geschäfte in der maroden Stadt Waterville unter knallharten Bedingungen. Jon Curie erzählt davon direkt und explizit, ohne zu beschönigen. Und dennoch geht es ihm offenbar nicht in erster Linie darum, gewaltvolle Strukturen zu offenzulegen oder mafiöse Hierarchien zu analysieren, erkennt Rezensentin Katrin Doerksen. Tatsächlich fühlt sich Doerksen stellenweise sogar weniger an "Der Pate" erinnert als an jene "gefühlsbetonten" Cozy-Crime Romane mit ihren liebenswert verbrecherischen, leicht verschrobenen Protagonistinnen ud Protagonisten - so nah kommen wir den weiblichen Figuren, so viel lernen wir über ihre Vergangenheit, ihre Familie, ihre Kämpfe im Außen wie im Inneren. Aber romantisieren will Ron Curie auch nicht, lesen wir. Vielmehr scheint es diesem Autor darum zu gehen, seine Figuren, ihre Lebensumstände, ihr Leid in einen historischen Zusammenhang zu stellen. Weit holt er aus, setzt bereits im 17. Jhd. an, um die Geschichte der französisch-katholischen Minderheit in den USA zu schildern, der Dionne und ihre Familie angehören. Auf diese Weise gelingt es dem Autor, anschaulich zu machen, wie "Gewalt immer weitere Gewalt" produziert, so die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2026
Maria Wiesner folgt den Dialogen älterer Damen übers Drogenverticken und Leute-Ums-Eck-Bringen in Ron Curries Thriller aus Little Canada in Maine mit Spannung und einem Schmunzeln, erinnern ihn die Gespräche doch mitunter an "Golden Girls" auf Heroin. Um diese Droge geht es hier und um den Mord an einem Polizisten aus Notwehr, erklärt Wiesner, die etwas Zeit braucht, um sich mit der Protagonistin zu identifizieren, die später mit ihrem Familienclan den Drogenhandel ihrer Stadt kontrolliert. Traumata und Abgründe des Clans beschreibt der Autor laut Wiesner ebenso gekonnt und mit Humor wie das französischsprachige katholische Milieu.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Maxim Biller: Schwarze Samstage Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester…