Roman Graf

Leben ohne Folgen

Roman
Cover: Leben ohne Folgen
Wallstein Verlag, Göttingen 2024
ISBN 9783835357594
Gebunden, 450 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

 Die große Liebe ist gefunden, das erste Kind ist unterwegs, bevor steht der Umzug in die Provinz - weg aus der Wahlheimat Berlin. Man hofft auf das vollkommene Glück, aber vollkommen ist nur der Zerfall: Beziehungen rücken in ein anderes Licht, gängige Rollenbilder werden aufgebrochen, aber das Scheitern an den Herausforderungen des Lebens ist unausweichlich. Aus Liebe wird Hass und plötzlich ist die Trennung nah. In verschiedenen literarischen Fragmenten werden Urkonflikte immer wieder neu durchlebt, mit Protagonisten, die sich in der heutigen Leistungsgesellschaft nur schwer zurechtfinden, die sich gleichen, die vielleicht miteinander verwandt sind und deren Leben auf geheimnisvolle Weise verbunden scheinen - beinahe so wie im Werk des großen Schriftstellers Roberto Cotti, der zum Fixstern in diesem literarischen Kosmos des Scheiterns wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2024

Geht es in Roman Grafs Buch tatsächlich um die Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Leistungsgesellschaft? Rezensent Cornelius Wüllenkemper ist sich da nicht so sicher. Dabei beginnt der Roman durchaus in diesem Sinne, wenn, rekonstruiert Wüllenkemper, ein Schweizer namens Lorenz Zweifel sich in Berlin ohne Arbeit durchzuschlagen versucht und schließlich auf der Straße landet. Der Text lässt diese Figur dann alsbald fallen und greift montageartig andere Figuren auf, zumeist Schweizer, die, oft in Deutschland, ein Leben jenseits materieller Zwänge zu leben versuchen, aber an deutschen Verhältnissen und auch an kratzbürstigen Frauen scheitern und sich schließlich mit Sorgerechtsstreitigkeiten konfrontiert sehen. Insbesondere letzteres dürfte, vermutet Wüllenkemper, das heimliche Hauptthema des Buches sein: männliches Leid im Angesichts einer erbarmungslosen materialistischen Gesellschaft und biestiger Frauen. Als spielerische Reflexion von verschiedenen Formen der Glückserwartung liest der Rezensent das Buch bei all dem gern, die didaktische Zuspitzung hin auf Eheprobleme scheint ihm hingegen weniger zu munden.

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