Roger de Weck

Nach der Krise

Gibt es einen anderen Kapitalismus?
Cover: Nach der Krise
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2009
ISBN 9783312004546
Gebunden, 112 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Das System, das unser ganzes Leben prägt, hat versagt. Die Krise ist inzwischen allgegenwärtig: eine Krise der Finanz, der Wirtschaft, der Politik, vor allem des Vertrauens. Wie geht es nach ihr weiter? Der Ökonom und ehemalige Chefredakteur der "Zeit", Roger de Weck, erklärt die Lage im Europa der Globalisierung. Und er zeigt, ohne Zahlensalat und Wirtschaftsjargon, wie sich der Kapitalismus von Grund auf erneuern muss. Er skizziert eine Marktwirtschaft, die um ihre Unzulänglichkeit weiß und nicht länger systematisch das Kapital privilegiert, die nicht mehr viele Menschen ausgrenzt und natürliche Ressourcen verschwendet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009

Zustimmend hat Rezensent Gustav Seibt diese "Streitschrift" für einen anderen Kapitalismus des Wirtschaftsjournalisten Roger de Weck gelesen. Er unterstreicht die Unterscheidung zwischen staatlicher Regulation und staatlicher Intervention in der Volkswirtschaft, die der Autor trifft. Deutlich wird für ihn, wie sehr sich zuletzt die Verhältnisse zuungunsten der Staaten verschoben hatten. Gerade mit seinen sozialmoralischen Überlegungen wird de Weck nach Ansicht Seibts bei vielen Lesern "offene Türen einrennen". Demgegenüber "konkreter und technischer" scheinen ihm die Vorschläge des Autors zur Regulierung der Übermacht des Finanzsektors und großer Konzerne. In diesem Zusammenhang hebt er auch Maßnahmen zur Entschleunigung und die kritische Auseinandersetzung mit einem enthemmten Ökonomismus hervor. Seibts Fazit: "Die Politik, die Demokratie müssen das Heft wieder in die Hand bekommen."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.11.2009

Mit viel Gewinn hat Uwe Jean Heuser diesen Essay gelesen. Wer Anstöße zum Umbau des Wirtschaftssystems suche, hier finde er sie, lautet seine Empfehlung, und zwar ohne gleich zum Planwirtschaftler mutieren zu müssen (und das, obwohl auch Oscar Lafontaine glatt die Thesen des Buchs unterschreiben würde, so Heuser). Roger de Wecks Argumente nämlich treffen aus Heusers Sicht den Kapitalismus schmerzhaft. Verhandelt würden Fragen wie das Miteigentum der Arbeiter am Kapital, Ökologie oder Alternativen zur Geldwirtschaft. Auch gebe es einen Maßnahmenkatalog: zum Beispiel das Verbot von Quartalsberichten oder der Gewinnbeteiligung für Aufsichtsräte. Zu einem der Verdienste des Buchs gehört für den Kritiker auch, dass Roger de Weck unter anderem den Kulturhistoriker Jacob Burckhardt aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart holt.

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