Roberto Esposito

Communitas

Ursprung und Wege der Gemeinschaft
Cover: Communitas
Diaphanes Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783935300292
Kartoniert, 208 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen übersetzt von Sabine Schulz und Francesca Raimondi.Vom amerikanischen Kommunitarismus bis zur Philosophie und Ethik der Kommunikation basiert das Denken der Gemeinschaft auf dem unreflektierten Vorurteil, daß die Gemeinschaft eine "Eigenschaft" bzw. "Eigentum" der Subjekte sei, die sie vereint - Gemeinschaft wird begriffen als ein Ganzes, als Gesamtheit des sozialen Körpers, und das Gemeinsame bzw. Gemeinschaftliche als ein Wert, eine Essenz, eine Errungenschaft, derer man sich rühmt, oder als ein Verlorengegangenes, das beklagt wird. Esposito distanziert sich von diesen Mustern des modernen politischen Denkens, um zum Ursprung der Sache selbst zurückzugehen - zur etymologischen Herkunft des Wortes "communitas/ communis" als "cum munus". Aus "munus" - im Sinne von Bürde, Verpflichtung, Gabe, Amt - geht die Gemeinschaft hervor: an ihrem Grund erweist sich, daß sie durchaus kein Besitz, kein Territorium ist, das es zu verteidigen gilt. Ihr dunkler Kern ist vielmehr ein Mangel: etwas Auszufüllendes, eine geteilte Verpflichtung, ein von allen zu Erbringendes - etwas, das stets noch aussteht. "Im-munitas" (als Schutzmechanismus) und "Com-munitas" erscheinen als die Leitbegriffe dieser grundlegenden Ambivalenz zwischen Gabe und Schuld, Geteiltem und Bedrohlichem, die die Gemeinschaft seit Anbeginn prägt.
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