Robert F. Lamberg, Weltbürger und als langjähriger Auslandskorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung Weltenbummler, legt seine Erinnerungen an die jungen Jahre vor, die er unter den zwei totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts, dem nationalsozialistischen und dem kommunistischen, jeweils als Verfolgter durchzustehen hatte. Ein nicht allein interessantes, sondern auch - dank hervorragendem Stil - atemlos fesselndes Protokoll eines Lebens im 20. Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2006
Angetan zeigt sich Christian Kind von den Erinnerungen seines Kollegen Robert F. Lambergs an die Zeit vom deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei bis zu seiner Flucht aus der kommunistischen CSSR 1957. Der Sohn eines jüdischen Bankiers und spätere Lateinamerikakorrespondent der NZZ erzähle darin von brutaler Unmenschlichkeit, von glücklichen Fügungen und von freundschaftlicher Überlebenshilfe unter nazistischer und kommunistischer Bedrohung. Besonders Lambergs erzählerische Fähigkeiten und sein lakonischer, anekdotenreicher Ton haben Kind gefallen. Als störend empfindet er allenfalls die Unterbrechung der an sich kompakten Erzählung von Lambergs Überlebensgeschichte durch zahlreiche kursiv gehaltene Einschübe, in denen er stückweise sein Leben im Westen bis zum Eintritt in den Korrespondentenstab der NZZ schildert. Diesen Bericht über die westliche Nachgeschichte wäre seines Erachtens besser im Anhang aufgehoben gewesen.
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