Konflikte. Jeder hat sie, niemand will sie. Deshalb wollen wir sie schon im Vorfeld verhindern oder möglichst schnell lösen. Genau das ist falsch, sagt Reinhard Sprenger, der als Managementberater und Autor seit Jahrzehnten Themen gegen den Strich bürstet, Kontroversen entfacht und in diesem Buch einen revolutionär neuen Konfliktbegriff entwickelt. In Konflikte gehen wir nur in Erwartung einer gemeinsamen Zukunft, sei es als Paar, unter Freunden, mit unseren Kindern oder am Arbeitsplatz. Der Konflikt sollte keinesfalls gemieden werden, denn er belebt, schafft Zusammenhalt und ermöglicht Fortschritt und Erfolg. Weil uns das tiefe Verständnis für Konflikte fehlt, haben wir nie gelernt, wie wir angemessen im Konfliktfall agieren, was zu tun ist und was zu lassen (z.B. alten Ärger präsentieren).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2020
Rezensent Rene Scheu lernt das Streiten zu schätzen mit dem Buch des Philosophen Reinhard K. Sprenger. Nicht Konfliktvermeidung sei das Gebot der Stunde, wie der Autor dem Rezensenten in Auseinandersetzung mit Habermas zeigt, sondern die Kunst, den Konflikt auszuhalten, im Zweifelsfall auch das Unverstandene. Lesenswert findet Scheu, wie der Autor sich gegen das One-world-Ideal stemmt und die Verschiedenheit feiert und den Streit als Normalfall des Daseins, frei nach dem Motto: Wer streitet, hat zumindest ein gemeinsames Problem. Für Scheu ein ernüchternder wie ermutigender Befund.
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