Rachel Clarke

Die Geschichte eines Herzens

Zwei Familien, ein tragischer Verlust und die grenzenlose Kraft des Mitgefühls - Women's Prize for Non-Fiction 2025
Cover: Die Geschichte eines Herzens
Eichborn Verlag, Köln 2026
ISBN 9783847902416
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Bei einem schrecklichen Autounfall erleidet die neunjährige Keira tödliche Verletzungen. Doch ihr Herz schlägt unermüdlich weiter. Zur selben Zeit wird der gleichaltrige Max, der nur durch eine Herztransplantation eine Chance aufs Überleben hat, immer schwächer. Als seine Eltern den langersehnte Anruf erhalten, wissen sie, dass er für eine andere Familie einen fürchterlichen Verlust bedeutet.Mit ungeheurem Mitgefühl erzählt die Autorin und Ärztin Rachel Clarke von der Reise eines Herzens und von all den Menschen, die durch ihren unentwegten Einsatz einen Teil zu ihr beigetragen haben. Dabei verwebt sie die Ereignisse der Gegenwart auf kluge und beeindruckende Weise mit der Geschichte der außergewöhnlichen medizinischen Errungenschaften des 20. Jahrhundert, die sie möglich gemacht haben.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.07.2026

"Außergewöhnliche Spannung" und "große Menschlichkeit" macht Rezensentin Susanne Billig in Rachel Clarkes Buch aus, ein paar Kritikpunkte hat sie aber dennoch. Die Geschichte um die Suche nach einem Spenderherz für den neun Jahre alten Max erzählt die Autorin so anschaulich als sei sie selbst dabei gewesen, versichert die Rezensentin. Max leidet an einer lebensbedrohlichen Herzschwäche, lesen wir. Sein neues Herz bekommt er im Endeffekt von Keira, die bei einem Autounfall so schwer verletzt wurde, dass die Ärzte nur noch ihren Hirntod feststellen können. Mit großer Sensibilität und Empathie schildere die Autorin die Gespräche innerhalb der Familien, auch die tatsächliche Transplantation werde ausführlich dargestellt, angereichert mit viel Fachwissen der medizinischen Details. Manchmal wird es der Kritikerin ein bisschen zu pathetisch, außerdem vermisst sie die Verhandlung der schwierigen ethischen Fragen, die sich in solchen Fällen oft stellen: Ist der "irreversible Ausfall aller Hirnfunktionen" tatsächlich als Tod des ganzen Körpers zu betrachten? Fragen wie diese hätten dem Text ein wenig mehr Tiefe verliehen, meint die Kritikerin, trotzdem ist sie beeindruckt von der Lektüre.