Hinter die Kulissen der Organspende blicken Anna Bergmann und Ulrike Baureithel mit diesem Buch. Anhand von Gesprächen mit Ärzten, Pflegepersonal und Organempfängern zeichnet sich eines deutlich ab: Der Mensch muß das "neue Leben" durch die Organtransplantation mehr als teuer bezahlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.03.2000
In einer Doppelrezension bespricht Andreas Brenner zwei Bücher, die sich mit Transplantationsmedizin beschäftigen.
1) Ulrike Baureithel/Anna Bergmann: "Herzloser Tod"
Zunächst bedauert Brenner, dass dieses Buch nicht zwei Jahre früher erschienen ist und daher der Debatte vor Verabschiedung des Transplantationsgesetzes nicht mehr zugute kommen kann. Dennoch misst er diesem Buch eine "überragende Bedeutung" in der Diskussion über Transplantationsmedizin zu. Besonders aufschlussreich findet Brenner die Gespräche mit Angehörigen von "Spendern", mit Organempfängern und vor allem mit dem medizinischen Personal. Brenner ist erstaunt über das Ausmaß an Unsicherheit, aber auch Schuldgefühlen bei Transplantationsmedizinern, deren Spender-"Patienten" zwar "hirntot" sind, aber dennoch "Schmerzreaktionen" zeigen können. Ein Buch, das sich Brenner "als Pflichtlektüre der Bundestagsabgeordneten" gerwünscht hätte.
2) Ralf Stoecker: "Der Hirntod"
Erstaunt stellt Andreas Brenner fest, dass Stoeckers Kernaussage sich auf die Tatsache bezieht, dass in der hochtechnisierten Transplantationsmedizin ausgerechnet die "sehr alte Vorstellung" einer Trennung von Körper und Seele von entscheidender Bedeutung ist. Stoeckers Ausführungen dazu findet Brenner jedoch äußerst überzeugend - und nicht weniger schockierend. So führt Stoecker den Widerspruch aus, der darin liegt, dass die Persönlichkeit eines Menschen durch die Zerstückelung seines unbeseelten Körpers nicht mehr verletzt werden könne. Andererseits jedoch heiße dies, das die Persönlichkeit lediglich durch einen biologischen Vorgang bedingt sei. Zustimmend folgt Brenner Stoeckers These, dass der biologische Tod jedoch "nur ein Verlust unter vielen" ist, dass der Tod aus vielen verschiedenen Facetten besteht. Ähnliches gelte für den Gehirntod mit dem für den Rezensenten erschreckenden Fazit Stoeckers, dass "Organentnahme bei hirntoten Menschen" nicht mit dem "aktuellen Transplantationsgesetz vereinbar" ist. Die Folge müsse daher - so Brenner - eine erneute Debatte zu dem Thema sein: unter Berücksichtigung "aller Aspekte".
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…