Piersandro Pallavicini

Ausfahrt Nizza

Roman
Cover: Ausfahrt Nizza
Folio Verlag, Wien/Bozen 2014
ISBN 9783852566412
Gebunden, 293 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. Ein tragikomischer Roman über fünf Oldies, die versuchen, verflossenes Glück in die Gegenwart herüberzuretten. Trotz aller Widrigkeiten, die das Leben bereithält, sind sie fest entschlossen, es bis zuletzt zu genießen. Zwei Paare und ein Witwer aus der norditalienischen Provinz - alle mehr oder weniger gebrechlich, alle mehr als weniger krank - fahren in den Urlaub nach Nizza. Im Jaguar. Sie steigen in einem Viersternehotel ab, mit einer Liste exklusiver Restaurants und der American-Express-Karte in der Tasche. In einem Park im noblen Wohnviertel Cimiez entdecken sie eine geheimnisvolle Klinik. Auf den Spuren eines unveröffentlichten Romans von Frederic Prokosch und gestärkt von ein paar Joints (vorgeblich aus therapeutischen Gründen) macht sich Cesare, ein Verlagsleiter in Rente, auf die Suche nach Leo Meyer, einem Schriftsteller und ehemals besten Freund, den er in den 1980er-Jahren gefördert und berühmt gemacht hatte. Nach Jahren des Schweigens fährt dieser ausgerechnet in Nizza in einem Taxi an ihm vorüber. War es tatsächlich Leo? Ist er Patient der mysteriösen Klinik? Was geht dort vor?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2014

In seinem Roman "Ausfahrt Nizza" schickt Piersandro Pallavicini eine Gruppe lebensgieriger Greise auf einen tragisch-komischen Ausflug, berichtet Rezensent Franz Haas. Es sind zwei Ehepaare und ein Witwer, jeder mit seinen Wehwehchen, obwohl keiner von ihnen finanzielle und kaum einer ernste gesundheitliche Sorgen hat, so der Rezensent. Besonders schön findet Haas die Rückblenden, in denen Cesare, der Erzähler und als ehemaliger Verleger auch so etwas wie der Intellektuelle der Gruppe, von der Mailänder Literaturlandschaft erzählt und vom Italien der Achtziger- und Neunzigerjahre, was aber wohl vor allem Eingeweihten Spaß bereiten dürfte, vermutet Rezensent. Die anderen Leser werden durch den bissigen Witz des Autors aber ausreichend entschädigt, beruhigt Haas.
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