Lilly Gollackner spiegelt in ihrem Debütroman die feministischen Kämpfe der Gegenwart in eine dystopische Zukunft. Das Jahr 2068: Sengende Hitze, überdachte Städte, rationiertes Wasser. Und keine Männer mehr. Eine mysteriöse Seuche hat sie vor Jahrzehnten dahingerafft. Nur künstliche Fortpflanzung sichert den Fortbestand der Menschheit. Ruth, langjährige Präsidentin dieser Welt, bereitet die Amtsübergabe an die junge Ania vor. Die Junge möchte die Männer mit allen Mitteln zurückholen. Ruth stemmt sich dagegen, und sie hat gute Gründe. Der Generationenkonflikt zwischen den Frauen um Ressourcen, Macht und Identität stellt beide vor schicksalhafte Entscheidungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.06.2024
Mit "Die Schattenmacherin" ist Lilly Gollackner ein desillusonierender Science Fiction-Roman gelungen, meint Rezensentin Judith von Sternburg. Darin entwirft die Wiener Journalistin und Autorin eine zeitlich nicht allzu weit entfernte, nämlich im Jahr 2068 angesiedelte Welt, in der nicht nur aufgrund der Klimakatastrophe weite Teile der Erde unbewohnbar geworden, sondern eine Seuche auch alle Männer ausgelöscht hat. Die Frauen haben sich, so von Sternburg, in dieser Welt recht zweckmäßig eingerichtet: Aufgrund wissenschaftlicher Entwicklungen ist der (weibliche) Nachwuchs gesichert, eine strenge Planwirtschaft und auf Genügsamkeit beruhende Richtlinien regeln das Zusammenleben. Desillusionierend ist der Roman laut der Rezensentin, weil damit noch nicht alle Probleme gelöst sind: Obwohl die Frauen die Probleme des vergangenen Patriarchats thematisieren, geht es bei ihnen offenbar nicht viel anders zu als unter der Herrschaft der Männer - Feminismus löst nicht alle Probleme, resümiert von Sternburg. Obwohl ihr zufolge der Roman bisweilen allzu offenkundig theoretisch unterfüttert ist, kann die Rezensentin ihn als düsteren Genreroman empfehlen.
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