Was Amerika der Welt gegeben hat. Im Guten wie im Schlechten
dtv, München 2026
ISBN
9783423285384 Gebunden, 352 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Von der Gründung zu Trump, vom Imperialismus zum Isolationismus, vom Glücksversprechen des Massenkonsums zum Klimawandel, von der Vormacht zum chaotischen Faktor, von der Verheißung zur Gefahr: die gemischte Bilanz der amerikanischen Epoche.Die Vereinigten Staaten haben sich und der Welt ungeheuer viel geschenkt - und ähnlich viel zugemutet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.06.2026
Rezensentin Viola Schenz wäre ja auch ganz froh, sich nicht mit Donald Trump auseinandersetzen zu müssen, aber anlässlich zu 250 Jahren USA-Unabhängigkeit erscheinen wieder einige neue Bücher, die durchaus Interessantes über den Präsidenten zu erzählen haben. Der Historiker Philipp Gassert vertritt dabei die These einer bipolaren Nation, die in den vergangenen Jahrhunderten sowohl Gutes wie Schlechtes für die Welt bedeutet hat, von Revolution über Bürgerkrieg zu Imperialismus und Popkultur, erkläert die Kritikerin. Schenz lobt die Ausgewogenheit seiner Darstellungen: So macht er beispielsweise klar, dass manches, was Trump gerade in Sachen Abschiebungen vorgeworfen wird, auch schon von seinen Amtsvorgängern installiert wurde. Die USA, lernt die Kritikerin, funktionieren nur durch diese Ambivalenz, in der beispielsweise undokumentierte Einwanderer eigentlich fester Bestandteil des Landes sind. Irritiert ist sie nur von der Beharrlichkeit, mit der der Autor den Präsidenten "Mr. T" nennt und von der Wahl des Begriffes "bipolar" - für sie hätte Ambivalenz die Situation besser getroffen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2026
Ein Buch, das durchaus seine Probleme hat, dessen Lektüre sich jedoch gleichwohl lohnt, ist Philipp Gasserts USA-Studie laut Rezensent Oliver Kühn. Die Grundthese ist bereits im Titel erhalten: Die USA waren immer schon eine ambivalente Nation, insbesondere in der Europäischen Wahrnehmung, sie standen für Freiheit und deren Unterdrückung, für die Geburt und das Ende der Demokratie und so weiter. Kühn ist angetan davon, wie Gassert diese Idee anhand von historischen Beispielen seit der Gründung der USA ausführt. Weitaus weniger gut gefällt ihm der allzu legere Tonfall, in dem das Buch geschrieben ist, auch stört er sich an falsch geschriebenen Namen und vor allem daran, dass Trump nur "Mr. T" genannt wird. Die Begründungen, die Gassert für dieses ungewöhnliche Vorgehen wählt, überzeugen Kühn nicht, vielmehr hat er den Eindruck, dass Gassert Trump nach wie vor für einen Clown hält und nicht begriffen hat, wie ernst es dem amerikanischen Präsidenten mit seiner Politik ist. Gleichwohl fällt das Fazit sachte positiv aus: Gasserts Ansatz, "ohne Schaum vor dem Mund" über die USA zu schreiben findet der Kritiker trotz allem gelungen.
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