Italien fasziniert seit jeher, viele Schriftsteller und Gelehrte haben ihre Eindrücke von Land und Leuten zum Besten gegeben, allen voran Goethe. Die Liste ist lang und reicht von den Reisenden der Grand Tour bis heute, von Michel de Montaigne über Lord Byron bis Sigmund Freud und Rolf Dieter Brinkmann. Doch wie sieht das Land aus, wenn einmal nicht die Männer erzählen, sondern die Frauen zu Wort kommen? Welche Bilder und Geschichten rücken dann in den Vordergrund, wie verändert sich der vielbeschworene Sehnsuchtsort? Entstanden ist eine vielstimmige, weibliche Reiseverführung, die auf unbekannte Pfade führt und zu scheinbar vertrauten Orten, die plötzlich doch in völlig neuem Licht erscheinen. Ein überraschend anderer, sinnlicher Blick auf eine Lebensart, die der Neuentdeckung harrt.
Bei dieser Zusammenstellung von weiblichen Reiseberichten aus Italien, von Constanze Neumann und Petra Müller herausgegeben, möchte Kritikerin Clara Hoheisel am liebsten selbst auf Reisen gehen: Sybille Bedfort schreibt über den Genuss von Pasta und Fisch, Christine Wolter fühlt sich einsam und Emelie Fontane muss sich um den kranken Gatten kümmern. Jeder der zwanzig Texte trägt seine eigene Handschrift, aber viele sind thematisch über die sozialen und finanziellen Schwierigkeiten verbunden, mit denen eben gerade Frauen zu tun hatten, erklärt Hoheisel. Facettenreich und spannend findet sie das, auch und gerade, wenn Politisches wie ein Attentat auf Mussolini von Hedwig Pringsheim geschildert wird, wie sie schließt.
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