Peter Wende (Hg.)

Große Revolutionen der Geschichte

Von der Frühzeit bis zur Gegenwart
Cover: Große Revolutionen der Geschichte
C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406467035
Gebunden, 391 Seiten, 28,07 EUR

Klappentext

Dieser Band beschreibt große Umwälzungen in der Geschichte der Menschheit von der Antike bis zur friedlichen Revolution von 1989, die zum Fall der Mauer führte und in die Wiedervereinigung Deutschlands mündete. 20 namhafte Historiker erläutern die historischen, politischen und geistesgeschichtlichen Ursachen der großen Revolutionen und erzählen den Verlauf jener Ereignisse, die manche Staaten wanken und nicht selten auch kollabieren ließen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.04.2001

Eine der großen Stärken dieses Buchs liegt nach Wilhelm von Sternburg vor allem darin, dass es zum Nachdenken über die Auswirkungen von Revolutionen, über die Gründe für deren Erfolg oder Scheitern anregt. Zwar bemängelt er ein wenig den "für einen breiteren Leserkreis etwas zu akademischen" Stil. Doch der Qualität des Buchs tut dies seiner Ansicht nach insgesamt kaum Abbruch. Gut gefällt dem Rezensenten, dass die Autoren einen weiten Bogen von der Antike bis zur Gegenwart spannen und auch die Revolten bzw. Revolution von 1968 bzw. 1989 nicht außer Acht lassen. Deutlich wird bei der Auswahl nach Sternburg dabei gleichzeitig, dass Revolutionsgeschichte immer auch "Ideologiegeschichte" ist, was dem Leser stets bewusst bleiben müsse.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.02.2001

Thomas Krüger spendet dem von Peter Wende herausgegebenen Sammelband über Revolutionen der Weltgeschichte Lob und Kritik. Zunächst einmal freut es den Rezensenten, dass die Autoren nicht der Versuchung erlegen sind, die voyeuristischen Aspekte von Revolutionen - Heros und Blut - in den Vordergrund zu stellen. Das Buch sei vielmehr ein Kompendium hoch informativer Fachartikel auf dem neuesten Stand der Forschung. Wohltuend sachlich und frei von einer bestimmenden Revolutionstheorie. Und dank der strikten Gleichgewichtung aller zwanzig analysierten Revolutionen sei es ebenfalls frei von einer eurozentrischen Sichtweise, lobt der Rezensent. Aber Krüger vermisst eine "ordnende Hand". Die einzelnen Artikel blieben unverbunden. Dadurch würde ein wichtiger Aspekt der Revolutionsgeschichte vernachlässigt, meint Krüger: Revolutionen stehen im Kontext anderer Revolutionen. Sie leben von den Mythen und Realitäten, die sie erschaffen oder an denen sie sich orientieren, denkt Krüger. Er bedauert, dass das fachlich ansonsten herausragende Buch so leider vor einer Deutungsgeschichte revolutionärer Ereignisse verharre.
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