Klappentext
Alexander habe Achill nachgeahmt und Caesar den Alexander - doch wen haben sich die starken Männer der Gegenwart zum Vorbild genommen? Caligula, Napoleon III., Mao? "Be careful what you wish for", so ein englisches Sprichwort: Vielleicht hätten die Heutigen vorsichtiger sein sollen, als sie sich in den postpolitischen Jahren Staats- und Regierungschefs mit mehr Charisma wünschten. "I am the chosen one", wusste Donald Trump 2019 über sich zu berichten. Seit Wiederamtsantritt lebt er die Madman-Theorie aus, die ein moderner Machiavelli erdacht haben könnte: Wer als unkalkulierbar gilt, macht die besten Deals. Auf der anderen Seite der Erdkugel sammelt der "Überragende Führer" Xi Zar Putin und Narendra Modi um sich, der einem Vorbild die höchste Statue der Welt errichten ließ. Ein Fürst, der sich behaupten wolle, statuierte Machiavelli, müsse lernen, nicht gut zu sein. Diese Lektion haben die neuen Autokraten gelernt. Im neuen Typ Fürst reaktualisiert sich für Peter Sloterdijk die Frage, ob die moderne Welt über die im Königtum gefundene Lösung für die Verkörperung der Macht in Einzelpersonen hinausgekommen sei.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.03.2026
Nein, mit diesem Buch von Peter Sloterdijk kann Rezensent Ralph Bollmann nichts anfangen. Er findet es wenig erkenntnisreich, gar irreführend. Bollmann kritisiert vor allem, dass Sloterdijk Machiavellis "Der Fürst" selektiv liest, moderne Debatten ignoriert und stattdessen freie Assoziationen zu Trump, Schmitt, Hitler und Nietzsche anstellt, was zu Klischees und Zerrbildern führe. Statt Machiavellis Fokus auf Zyklen und Bürgertugenden aufzugreifen, betone Sloterdijk eine vertikale "starke-Mann"-Politik, die den Kern des Originals verfehle. So liefert das Buch für Bollmann keine hilfreichen Einsichten zur Selbstbehauptung liberaler Demokratien.
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