Peter Schäfer

Zwei Götter im Himmel

Gottesvorstellungen in der jüdischen Antike
Cover: Zwei Götter im Himmel
C.H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406704123
Gebunden, 200 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Archäologen haben nachgewiesen, dass der jüdische Gott lange zusammen mit einer Gefährtin verehrt wurde - trotz aller Kritik der Bibel an anderen Göttern. Aber auch in der Bibel selbst finden sich zahlreiche Spuren einer zweiten, jüngeren Gottheit, an die das Christentum anknüpfen konnte. Peter Schäfer beschreibt anhand von bisher kaum beachteten antiken Quellen, wie das Judentum auf diese Aneignung des zweiten Gottes durch die Schwesterreligion reagiert hat: Teils wurde der zweite Gott verworfen, teils wurde die alte Vorstellung von zwei Mächten im Himmel aber auch wieder aufgegriffen, so dass das frühe Christentum und das rabbinische Judentum um den zweiten Gott neben dem Schöpfergott konkurrierten. Souverän und immer an den Quellen orientiert gelingt es Peter Schäfer, unsere Vorstellungen von Monotheismus, Judentum und Christentum grundstürzend zu verändern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2017

Für Rezensent Friedrich Wilhelm Graf ist dieser schmale Band schlicht die "wichtigste religionsgeschichtliche Novität" der letzten Jahre. Mit beeindruckender Sachkenntnis und Blick auf "entlegene" Quellen widerlege der Berliner Judaist Peter Schäfer das "Klischee" der engen Verknüpfung von Judentum und Monotheismus, erklärt der Kritiker. Er erfährt hier nicht nur, dass bereits in "normativen" Texten des alten Israels verschiedene Gottheiten miteinander konkurrierten und an der Seite des jüdischen Gottes Jahwe lange Zeit die weibliche Gottheit Aschera als Gemahlin verehrt wurde, sondern auch, dass der Engel Michael als Repräsentant Israels in einen "quasigöttlichen Status" erhoben worden sei. Fasziniert liest Graf in diesem "gelehrten" Essay zudem nach, wie der Autor das Verhältnis von Christentum und Judentum als "lebendigen Austausch zweier Schwesterreligionen" deutet. Wie eindringlich und prägnant Schäfer in seinem "exegetisch minutiösen" Text ältere Bilder von Judentum und Christentum dekonstruiert, ringt dem Rezensenten größte Anerkennung ab.

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