50 Jahre und kein bisschen leise; der Rock tobt weiter und steht bis heute für Jugendlichkeit und Aufbegehren. Das dreibändige Werk präsentiert in 120 Artikeln die "Klassiker" der Szene, deren Musik stilbildend wurde: alphabetisch von AC/DC bis Zappa, historisch von Robert Johnson bis Oasis.
Aus Wissenslust werde "Lese-Frust" ärgert sich Peter Roos und wirft dem von Peter Kemper herausgegebenen Lexikon Beliebigkeit vor. Es fehlten klare Kriterien und auch so manche Musiker, so zum Beispiel. Gianna Nannini, enthüllt der Rezensent und wirft dem Buch unter anderem eine Tendenz zum Chauvinismus vor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.09.2003
Markus Ganz ist zufrieden mit diesem Nachschlagewerk. Die Autoren hätten Schwerpunkte gesetzt und nicht versucht, zu jedem einzelnen Musiker eine Notiz zu schreiben. Das könne man inzwischen im Internet viel besser nachlesen, findet Ganz. Das "kompakte, dreibändige Taschenbuch-Lexikon" habe sich dagegen mit einer gelungenen Sammlung von Essays eher wenigen, aber dafür "einflussreichen" Musikern (er nennt zum Beispiel Tortoise, Sonic Youth oder Robert Wiatt) gewidmet. Das dankt der Rezensent den Autoren, denn so haben sie "fesselnde" Porträts vorgelegt, die mit "weitergehenden Gedanken zum stilistischen und soziokulturellen Hintergrund angereichert" seien. Dass die Autoren die "Techno-Bewegung in einem achtseitigen Text über Sven Väth abhaken" und Hip Hop vernachlässigen, verzeiht ihnen Ganz dann auch wohlwollend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Die dreibändige, von Peter Kemper herausgegebene Reclam-Kasette "Rock-Klassiker" hat Rezensent Clemens Pornschlegel nicht zu hundert Prozent überzeugt. Das liegt vor allem an der inhaltlichen Einseitigkeit des optisch ansprechend gestalteten Lexikons: zwar decken die 120 Artikel von AC/DC bis Zappa laut Pornschlegel "einigermaßen umfassend" den anglo-amerikanischen, weißen Mainstream ab. Doch wer sich für Funk-Rock, Reggae, Soul, Rap, Techno, Drum'n Bass interessiere, moniert der Rezensent, komme nicht auf seine Kosten. Für die Artikel selbst findet er dann wieder lobende Worte. Den meisten der essayistisch gehaltenen Band-Porträts gelinge es, die Musik der sechziger und siebziger Jahre wieder lebendig werden zu lassen, man bekomme Lust, die alten Platten von Clapton, Dylan, Hendrix und Led-Zeppelin wieder zu hören. Als sehr bedauerlich empfindet Pornschlegel alllerdings die "seltsame Weigerung" des Lexikons, die alten Bands mit der Gegenwart in Beziehung zu setzten.
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