Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2003

Wolfgang Schneider würdigt mit dem 157. Heft von "Text und Kritik", das diesmal Peter Huchel gewidmet ist, zugleich den vierzigsten Geburtstag dieser Literaturzeitschrift, die sich der deutschen Gegenwartsliteratur verschrieben hat. Nie hätten die Herausgeber danebengegriffen, lobt Schneider. Wer als Autor gewürdigt wurde, zähle heute unzweifelhaft zum Kanon. Doch auch mit der "Kanonbildung" habe man sich in einem der Sonderhefte beschäftigt. Um Autoren wurde viel und gerne gestritten, erinnert sich Schneider und erzählt von einem Sonderband über Thomas Mann aus dem Jahr 1976, in dem dieser von Walser, Boehlich und Karsunke niedergemacht wurde. Die aktuelle Ausgabe gilt Peter Huchel, dem einstigen Chefredakteur von "Sinn und Form", der Literaturzeitschrift der DDR. Ihm darf man ruhig ein wenig huldigen, findet Schneider; Christoph Meckel, Elisabeth Borchers und Henning Ahrens haben kleine Hommagen beigesteuert, Peter Walther gibt eine Einführung in Leben und Werk Huchels, Lothar Müller, Adolf Endler und Lutz Seiler sind auch vertreten. Besonders gefällt Schneider der Text von Seiler, der Huchels "Lebensbibliothek" beschreibt, die sich aus einer ererbten Geschichte des preußischen Forst- und Jagdarchivs zusammensetzt. Wie immer, schließt Schneider, enthält der Band auch einen bislang unveröffentlichten Text Huchels, in dem dieser verrät, wie Brecht ihm einmal das Wort "Gnade" verbieten wollte.
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