Heinz Ludwig Arnold (Hg.)

Alexander Kluge

Text und Kritik, Zeitschrift für Literatur, Heft 8586, Neufassung November 2011

Klappentext

Sein Film "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" wurde bereits 1968 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet - 2003 sprach Jan Philip Reemtsma, Laudator bei der Verleihung des Büchner- Preises, von einer eigenen Literaturgattung: der "Gattung Kluge". Mit der Veröffentlichung der umfangreichen "Chronik der Gefühle" (2000) geriet das Werk des 1932 in Halberstadt geborenen Schriftstellers Alexander Kluge, der 1962 mit "Lebensläufe" debütierte und 2003 den Georg-Büchner-Preis erhielt, erneut in den Fokus der literarischen Öffentlichkeit. Dabei gilt Kluge als ein ebenso bedeutender Film- wie Fernsehautor. Jedoch sagt er von sich: "Ich bin und bleibe in erster Linie ein Buchautor, auch wenn ich Filme hergestellt habe oder Fernsehmagazine. Das liegt daran, dass Bücher Geduld haben und warten können, da das Wort die einzige Aufbewahrungsform menschlicher Erfahrung darstellt, die von der Zeit unabhängig ist und nicht in den Lebensläufen einzelner Menschen eingekerkert bleibt." In der Neufassung des Heftes geht es vor allem um den Schriftsteller Alexander Kluge, der in seinen Geschichten die von ihm so bezeichneten "wirklichen Verhältnisse" untersucht. Dieser Bezug zur Realität ist auch dadurch charakterisiert, dass Fakt und Fiktion sich reizvoll vermischen können, dass der bestehenden Wirklichkeit eine parallele Welt zur Seite gestellt wird. Mitarbeiter des Hefts sind Thomas Combrink, Sven Hanuschek, Wolfgang Reichmann, Uwe Schütte, Thomas von Steinaecker, Bernd Stiegler, Rainer Stollmann und Joseph Vogl.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2012

Eine Neufassung des 1985 veröffentlichten "Text und Kritik"-Bandes zu Alexander Kluge ist erschienen, und Rezensent Oliver Jungen würdigt diese mit einer kenntnisreichen Besprechung. Während der Ursprungsband sich mit ausschließlich filmanalytischen Beiträgen auf den Filmemacher Kluge konzentrierte, begrüßt Jungen in der Neuauflage das überwiegende Interesse für die Texte des Philosophen. Neben einer Vielzahl von Beiträgen, die Kluge in einen größeren wissensgeschichtlichen Kontext einordnen - so setze Friedrich Kittler Kluge etwa in die Tradition Flauberts, während Oskar Negt vielmehr die Verbindung zu Kant betone - sind es vor allem die Texte, in denen Kluge selbst zu Wort kommt, die den Kritiker begeistert haben: Ganz hingerissen ist er insbesondere von einem Gespräch zwischen Kluge und Martin Walser, in welchem sie eine Lobrede auf den keltischen Umgang mit Sprache halten.
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