Dieser Band leitet eine Reihe ein, in welcher die Geschichte der Bildhauerkunst vom Beginn der Neubesiedlung Griechenlands nach den großen Völkerwanderungen im 1. Jahrtausend v. Chr. bis zum Ende der Antike dargestellt werden. Sie richtet sich nicht speziell an Alterltumswissenschaftler und Kunsthistoriker, sondern an alle Liebhaber der antiken Kunst, die sich eingehender mit antiker Skulptur beschäftigen wollen. Das Anliegen der Autoren war - uneigennützig zu jeder persönlichen Profilierung - ihre kunsthistorischen Anliegen einem breiten Publikum nahezubringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2003
Die griechische Kunst ist, wie die Rezensentin Annalis Leibundgut feststellt, wieder in Mode, oder genauer: nach Jahrzehnten ausgeprägten Forschungsinteresses am Sozioökonomischen rücken formale Fragen wieder ins Zentrum der (nicht nur) wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Dieser Band - der erste von vier geplanten - belegt dies, so die Rezensentin, eindrucksvoll, nicht zuletzt weil es sich um eine Art Fortsetzung der sehr erfolgreichen Polyklet-Ausstellung des Frankfurter Liebieg-Hauses handelt. Der erste Band deckt die Zeit vom 2. Jahrtausend bis etwa 600 vor Christus ab, vorgestellt werden exemplarische Werke der Zeit, auf den Anspruch der Vollständigkeit hat der Herausgeber bewusst verzichtet. Diese Entscheidung findet Leibundgut begrüßenswert, seine Auswahl meist jüngerer Forscher für die einzelnen Beiträge scheint ihr gelungen. Die "subtilen Stilanalysen", die geboten werden, verkommen dabei, betont sie, nie zum "Selbstzweck", sondern wahren stets den Bezug auf größere formgeschichtliche Fragestellungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2002
Jüngste Funde im Athener "Kerameikos" haben es wieder deutlich gemacht, so der Rezensent Michael Siebler: die frühgriechische Plastik ist ein bislang unterbewerteter Gegenstand der Kunstgeschichte. Die nun erschienenen Bände - einer mit Texten, einer mit Illustrationen - kommen da wie gerufen: Das "Großartige und Eigenständige" dieser Epoche der griechischen Kunst lasse sich hier, so Siebler, mit Händen greifen. In sich jedoch können die Texte wie die Bilder den Rezensenten nicht restlos überzeugen. "Lehrreich" werde es dann, wenn Zusammenhänge dargestellt werden, die die Einordnung ins "kulturelle Ganze" ermöglichen. Sehr viel problematischer - gerade für den adressierten allgemein interessierten Leser - sind da seiner Meinung nach die allzu detaillierten Beschreibungen der einzelnen Kunstwerke. Und auch die Qualität der Abbildungen bleibe hinter dem vom Verlag Gewohnten zurück.
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