Paula Hawkins

Girl on the Train

Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich. Roman
Cover: Girl on the Train
Blanvalet Verlag, München 2015
ISBN 9783764505226
Paperback, 448 Seiten, 12,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christoph Göhler. Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen - wie es scheint - ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht. Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau - daneben ein Foto von "Jess". Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.07.2015

Bernd Graff ist selbstverständlich mit allen kulturkritischen Wassern gewaschen, doch Paula Hawkins' Megaseller "Girl on the Train" will er nicht als reines Produkt eines gigantischen Vermarktungsspektakels abtun. Solide Thrillerarbeit funktioniere einfach besser als literarische Extravaganz, meint er, allerdings auch besser als reiner Trash. Die Story um die traurige Trinkerin Rachel, die vom ihrem Vorortzug regelmäßig ein Traumpaar beobachtet, dessen Frau eines Tages verschwindet, gefällt dem Rezensenten, weil alle drei Erzählerinnen schön unzuverlässig seien, und allen Figuren zugleich das Beste und das Schlimmste zuzutrauen sei. "Ein überzeugendes Spiel mit getriggerten Mutmaßungen", meint Graff.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2015

Rezensentin Felicitas von Lovenberg findet den Charme dieses Bestsellers von Paula Hawkins in seiner Ambivalenz. Dass die alkoholsüchtige Hauptfigur sowohl als Racheengel als auch als Retterin einer aktuellen Version von Hitchcocks "Fenster zum Hof" (nicht "Zimmer", wie Lovenberg schreibt) taugt, scheint ihr gut zu gefallen. Ebenso angetan ist sie von der Schnittregie der Autorin, der es laut Lovenberg gelingt, die unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen miteinander zu verbinden und dennoch Leerstellen zu bewahren. Die Erkenntnis, dass hinter bürgerlichen Fassaden Abgründe lauern, die die Rezensentin aus der Lektüre mitnimmt, scheint allerdings keine sehr originelle zu sein.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.06.2015

Paula Hawkins' Psychothriller "Girl on the Train" hat Sylvia Staude gut unterhalten. Zwar erscheint ihr die Handlung um eine junge Frau, die ohne ersichtlichen Grund plötzlich verschwindet, nicht übermäßig neu, doch wie die Autorin die Geschichte abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, hält die Rezensentin bei der Stange. Auch wenn sich Staude beim Lesen ein wenig an Gillian Flynns' "Gone Girl" erinnert fühlt, findet sie doch, dass Hawkins die Kunst des Thrillerschreibens beherrscht, ihr die Figuren gut gelungen sind und die Handlung nicht an Plausibiltät verliert.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 11.06.2015

Als "Chick-lit" möchte Stefanie Bolzen den Bestseller von Paula Hawkins nicht bezeichnen. Diesem Genre scheint die Autorin mit ihrer Geschichte dreier Frauen der Generation Facebook entkommen zu sein. Immens attraktiv vor allem für Leserinnen um die 30 scheint Bolzen das Buch aber allemal. Identifikationspotenzial sieht sie vor allem in den kaputten Biografien, in gescheiterten Beziehungen, Seitensprüngen, Einsamkeit und verlorener Unbeschwertheit. Die Rezensentin vom Ton und von der Konstruktion her an Gillian Flynns "Gone Girl" erinnernd, trifft das auf eigenen Erfahrungen der Autorin beruhende Buch laut Bolzen einen Nerv.