Paul Maar

Herr Bello und das blaue Wunder

(Ab 8 Jahre)
Cover: Herr Bello und das blaue Wunder
Friedrich Oetinger Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783789142512
Gebunden, 224 Seiten, 10,90 EUR

Klappentext

"Wenn damals nicht diese alte Frau in Papas Apotheke gekommen wäre, wäre uns viel Aufregung erspart geblieben." So beginnt die Geschichte von Max und seinem Hund Bello - Herr Bello, um genau zu sein. Der blaue Saft, den die merkwürdige alte Frau dem Vater von Max bringt, lässt Pflanzen unnatürlich schnell wachsen. Als Bello aus Versehen von dem vermeintlichen Düngemittel trinkt, erlebt Max ein wahres Wunder. Denn Tiere aber verwandelt der Saft, zumindest für begrenzte Zeit, in - Menschen!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006

Paul Maars Geschichte, wie aus dem Apothekerhund Bello "Herr Bello" wird und welche Verstrickungen dies für Apothker Sternheim und seinen Sohn Max bedeutet, hat die Rezensentin Roswitha Budeus-Budde mit großem Spaß gelauscht. Der Hund Bello, erzählt die Rezensentin, leckt an einem mysteriösen Fläschchen und verwandelt sich in einen Menschen. Freilich nur äußerlich, so dass erhebliche Erziehungsarbeit ins Haus steht. An dieser notwendigen Dressur - Herr Bello ist schon auffällig geworden - werden kleine Hörer einen Heidenspaß haben, glaubt die Rezensentin, haben sie doch selbst mit den stetigen Erziehungsbemühungen ihrer Eltern zu tun. Diese von den Mitwirkenden mit hörbarem Spaß gestaltete Hör-CD, in der die Welt zum "heiteren Bestiarium" wird, lasse "genüsslich die fantastische und die reale Welt aufeinanderprallen", so das heitere Fazit der Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.05.2005

Bei Paul Maar sind Kinder realistisch und Erwachsene verträumt - oder verliebt, schickt Konrad Heidkamp als allgemeine Vorbemerkung über einen der erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Bundesrepublik vorweg. Die Erwachsenen trauerten ihren unerfüllten Lebensplänen und Wünschen nach, führt der Rezensent seine Beobachtung aus, während die Kinder als Realitätsvertreter sie sanft korrigierten und darauf hinwiesen, dass sie im Hier und Jetzt leben. Eine der klassischen Dispositionen bei Maar ist darum die Vater-Sohn-Beziehung, die Heidkamp besonders anrührend findet und die auch in "Herr Bello und das blaue Wunder" wieder zum Einsatz kommt. Diesmal wird die Konstellation durch einen Hund aufgemischt, der sich durch einen seltsamen Trank in einen Menschen verwandelt, der aber weiterhin tierische Anwandlungen hat. Der Einbruch des Phantastischen in die Welt der Wirklichkeit ist bei Maar schnell bewerkstelligt, stellt Heidkamp fest, Zauber bedeute bei ihm stets nur einen kleinen Dreh - und nicht etwa das Eintauchen in eine phantastische Parallelwelt -, mit dessen Hilfe die Wirklichkeit sichtbarer werde. Und spannender, denn Maar hat wieder mal, meint der begeisterte Rezensent, ein schönes Kinderbuch vorgelegt, das ein gutes Ende findet und selbst die gelegentlich anarchistischen Wünsche von Kindern (und Erwachsenen) zufrieden stellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.03.2005

Sigrun Beck hat dieses Kinderbuch amüsiert und gefesselt zugleich. Paul Maars Geschichte, die von dem etwa 12-jährigen Max und seinem Vater handelt, deren Hund durch eine geheimnisvolle Flüssigkeit in einen Menschen verwandelt wird, werde gerade durch die "realistische" Darstellung der Verzauberung "immer spannender", lobt die Rezensentin. Ihr gefällt die Doppelperspektive aus einer erwachsenen und der kindlichen Sicht von Max, weil durch diesen "Kunstgriff" des Autors den kindlichen Lesern die verschiedenen möglichen Blickwinkel auf das gleiche Geschehen verständlich wird. Dass dann auch noch eine Liebesgeschichte hinzukommt, steigert für Beck das Lesevergnügen, es bleibt "witzig und spannend bis zum Schluss".
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