Aus dem Schatten in "gleißendes Licht gezerrt" fühlt sich Brigitte Werneburg, wenn sie Paul Grahams Fotografien betrachtet. Wie kaum einem Anderen gelinge es dem Engländer, den Betrachter hineinzuziehen in die Randbezirke von Los Angeles, um ihn eine Seite weiter im Zentrum von New York wieder auszusetzen. Beeindruckend sei sein Stil, heruntergekommene Häuser, verfallene Straßen, üble Gegenden und die Menschen, die dort wohnen, überzubelichten. Aufklärerisch die Idee, die dahinterstecke: Mit zu viel Licht ließe Graham die "gesellschaftlich Ausgelöschten" auch fotografisch verschwinden und richte so den Spot auf das amerikanische "Klassen- und Rassendilemma". Auf derart genaue, "engagierte und kunstvolle" Art und Weise sei die "amerikanische Nacht" wohl noch nie fotografiert worden, lobt die Rezensentin.
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