Pak Kyongni

Land

Eine koreanische Familiensaga. Band 1
Secolo Verlag, Osnabrück 2005
ISBN 9783929979527
Gebunden, 560 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Koreanischen von Helga Picht und Han Jung-hwa. 1969 begann Park Kyong-ri mit der Arbeit an der koreanischen Familiensaga "Toji". Fünfundzwanzig Jahre schrieb sie an den sechzehn Bänden mit jeweils 450 Seiten. Die ersten drei Bände erschienen ab 1969 als Fortsetzungen in der Zeitschrift "Moderne Literatur" und wurden 1973 in Buchform veröffentlicht. Der Roman erzählt vom Untergang einer Familie und deren Wiederaufstieg zwischen 1897 und 1945. Park Kyong-ri verarbeitet darin eine Zeit großer Veränderungen in Korea, den Untergang des alten Korea, seine Annexion durch das imperialistische Japan bis hin zur Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg und damit die Befreiung Koreas von der japanischen Herrschaft. Insgesamt 730 Personen - vier Generationen einer Grundbesitzerfamilie, die auf ihrem Land lebenden Familien von Pachtbauern, Handwerkern, Gelehrten sowie Mönche und Hausierer - kämpfen in diesen Zeiten auf vielen Ebenen um ihre Existenz, sowohl gegen die fremden Unterdrücker, gegen skrupellose Geschäftemacher, feindlich gesinnte Dörfler oder Familienmitglieder und häufig auch gegen sich selbst.
Schauplatz des ersten Teils ist das real existierende Dorf Pyeongsari, Kreis Hadong-gun (Provinz Süd-Kyeongsang). Von dort verschlägt es die Protagonisten nach Youngjeong (Kando),in die Städte Jinju und Seoul, nach Nordostchina und sogar nach Japan. Sie erleiden ein Schicksal, das kennzeichnend ist für die Zeit der japanischen Besetzung: Familien werden zersplittert und Menschen umgetrieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.06.2005

Katharina Borchardt weist auf ein Stück Weltliteratur hin: In Korea, schreibt sie, gilt das zehnbändige Romanepos von Pak Kyongni, dessen dritter Teil hiermit - kundig übersetzt - in deutscher Sprache vorliegt, als "das koreanische Prosawerk des 20. Jahrhunderts schlechthin". Und trotzdem wird es beim herbstlichen Wirbel der Frankfurter Buchmesse mit ihrem diesjährigen Korea-Schwerpunktes nicht vertreten sein - der kleine Secolo-Verlag kann sich die Standmiete nicht leisten. "Land" rollt im Schicksal einer Großfamilie das Zusammenbrechen der traditionellen koreanischen Gesellschaft zwischen 1897 und 1945 auf; von Westen her drangen fremde Werte ein, von Osten die Japaner, bis das Land sich selbst nicht mehr kannte. Trotz des groß angelegten Entwurfs, so Borchardt, ist nichts holzschnittartig; die Figuren sind "präzise" gezeichnet, es gibt "kein reines Gut oder Böse". Dafür aber massenweise Erzählstränge und, auf die zehn Bände verteilt, 150 (!) Hauptfiguren. Eine anstrengende Lektüre, aber eine lohnenswerte.
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