Aus dem Englischen von Silv Bannenberg. Istanbul, 1990er-Jahre, Wahlkampfzeit. Ece und Meltem, zwei mittellose Studentinnen, begeistern sich für das Tauchen. Eines Tages, als sie im Bosporus tauchen, werden sie Zeuginnen des seltsamen Todes einer Mitbewohnerin in ihrem Wohnheim. Schockiert beschließen sie, Nachforschungen anzustellen, und sehen sich dabei mit korrupten Politikern, finanziellem Druck und den Zwängen einer Gesellschaft konfrontiert, die Frauen im Alltag zu wenig Raum lässt. In den trüben Gewässern Istanbuls zeichnet ein eindrucksvolles Bild des Lebens in der Türkei in den 1990er-Jahren, zwischen Freiheitsdrang und lähmenden politischen und wirtschaftlichen Spannungen. Sowohl die Geschichte als auch die Figuren sind von den jungen Jahren der Autorin inspiriert und erinnert an ein Abenteuer à la Tim und Struppi.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2026
Rezensent Christian Gasser lobt Özge Samancis Graphic Novel als gut ausbalancierten Genremix aus Thriller, Komödie, Autobiografie und Satire auf die türkische Gesellschaft und Politik. Wie das Tauchabenteuer zweier junger Frauen erst zur Jagd nach viel Geld und dann zum finsteren Politthriller mutiert, findet Gasser stark, auch wenn die Geschichte viele Haken schlägt. Dynamik und Dramaturgie stimmen laut Gasser, dem auch der Humor der Story und die "schmissigen Zeichnungen" herausragend erscheinen. Witz, Substanz und Tiefe gehen hier eine stimmige Verbindung ein, versichert er.
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