Hierzulande ist wenig bekannt über die Geschichte der Versklavung von Afrikanern. Norbert Finzsch, James und Lois Horton schildern die Geschichte der "African Americans" von den Anfängen des transatlantischen Sklavenhandels im 15. Jahrhundert bis in die neueste Zeit. Die Autoren schlagen einen weiten Bogen: von den afrikanischen Hochkulturen über die wirtschaftliche und demographische Entwicklung in Britisch-Nordamerika, den Bürgerkrieg und die Abschaffung der Sklaverei bis hin zu Bürgerrechtsbewegung und Black Power. Neben die Auswertung historischen Quellenmaterials und Sekundärliteratur treten bewußt eingesetzte narrative Elemente: Mit Auszügen aus Lebensbeschreibungen ehemaliger Sklaven, die die berüchtigte "Mittelpassage" und das Leben auf den Tabak- und Baumwollplantagen schildern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Andreas Eckert bespricht in seiner Rezension Edward Balls "Die Plantagen am Cooper River" zusammen mit "Von Benin nach Baltimore" von Norbert Fintzsch, James Horton und Lois Horton. Denn beide, so Eckert widmen sich einem Thema, das in der deutschsprachigen Literatur bisher nur in hoffnungslos veralteten Studien behandelt wurde: Der Geschichte der afrikanischen Sklaven in den USA..
1) Norbert Fintzsch/James Horton/Lois Horton: "Von Benin nach Baltimore"
Das Buch des Autorentrios Fintzsch, Horton und Horton lobt Eckert als "kompetente, anspruchsvolle, trotzdem gut lesbare und thematisch weit gespannte Darstellung". Besonders würdigt er, dass die Afroamerikaner nicht nur als passive Opfer dargestellt werden. Laut Eckert erscheinen sie als aktive Akteure in einem zwar ungleichen, aber nicht völlig einseitigen Beziehungsgeflecht von Weiß und Schwarz.
2) Edward Ball: "Die Plantagen am Cooper River"
Edward Balls Versuch, anhand der eigenen Familiengeschichte die Sklaverei und ihre Folgen zu dokumentieren, hält Eckert zwar im Ansatz für ein spannendes und kühnes Projekt. Aber er Balls Sprache als zu hölzern und daher "den emotionalen und moralischen Ironien seines so reichen Materials zuweilen nicht angemessen".
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