"Dad" ist ein Roman über einen Hippie-Vater, aber auch eine Reise in das Deutschland der 60er, 70er, 80er, 90er und Nullerjahre, in die Maghreb-Staaten und in viele Winkel Asiens. Die Ehe der Eltern, den Vater, die Wurstwarendynastie, aus der er stammte - das alles gibt es nicht mehr. Geblieben sind Geschichten von Drogentrips. Oder wie "Dad" als Student angeschossen wurde. Von großen Abenteuern. Und dem einen, das kein happy end hat, der HIV-Infektion, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hat. "Mein Vater ist seit zehn Jahren tot, als ich ein blassblaues Notizbuch nehme und DAD vorne drauf schreibe. Das ist der Anfang." Dies ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Sucht und Sehnsucht und über eine junge Frau, die versucht zu verzeihen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2020
Mit viel Lob bespricht Rezensentin Agnes Striegan den Debütroman der Stern-Reporterin Nora Gantenbrink. Die Autorin erzählt ihr hier die Geschichte ihres früh an Aids gestorbenen, sich durch die Welt "koksenden und vögelnden" Vaters. Der ziert auch das Cover, dennoch erscheint der Kritikerin der Roman "unaufdringlich und humorvoll". Wenn sie hier Gantenbrinks Alter Ego Marlene auf den Spuren des Vaters und auf Identitätssuche von Eisenwald nach Marrakesch, Goa und Koh Samui folgt, stößt die Rezensentin nicht nur auf berührende Szenen, sondern auch auf "ungewöhnliche", aber authentische Figuren. Knappe, witzige Sätze und die Rasanz des Textes lassen die Rezensentin auch über wenige Klischee-Momente hinwegschauen.
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