Fürchterliche Dinge gehen vor sich in der großen Stadt. Drei Kinder kommen ums Leben, und jedes Mal behauptet jemand, ein Mädchen in einem weißen Kleid und mit einer roten Krawatte gesehen zu haben, das schreiend über dem Unglücksort schwebte. Eine Weile rätseln die Leute noch über das Mädchen, dann gerät es in Vergessenheit. Nur Georg denkt weiter an die kleine weiße Gestalt und geht sie suchen auf dem Friedhof von Melaten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015
Kindern, warnt Eva-Maria Magel, würde sie dieses Buch des Zeichners und Erzählers Nikolaus Heidelbach nicht zu lesen geben. Zu viel Horror steckt für sie in der Geschichte um Kindsmorde und ein helfendes Gespenst. Vor allem aber macht das im schlichten Märchenton gehaltene Buch, die Bilder genauer gesagt, jenes Grundvertrauen auf ein gutes Ende zunichte, das jungen Lesern laut Magel bewahrt werden sollte. Erwachsenen hingegen, setzt Magel hinzu, könnte der Band als poetisches wie beunruhigendes Epitaph für Kinder erscheinen, die von ihren Eltern gequält und ermordet wurden.
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