Korallen, Muscheln und Bernstein, Hering, Wal und Thunfisch: Nikolas Jaspert erzählt von der faszinierenden Beziehung zwischen Meer und Mensch über einen Zeitraum von 1000 Jahren. Indem er zum ersten Mal eine ganze Epoche der Menschheitsgeschichte anhand der Lebewesen und Schätze des Meeres beschreibt, führt er uns eindringlich vor Augen, dass unser Überleben als Spezies nicht zuletzt von diesem Ökosystem abhängt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2025
Im Zuge des neuen Forschungsfeldes der "Blue Humanities" untersucht Nikolaus Jaspert in seinem Buch die Beziehung zwischen Mensch und Meer im Mittelalter, erklärt Rezensentin Manuela Lenzen. Es geht vor allem um Mittelmeer, Nord- und Ostsee, manchmal kommen aber auch fernere Regionen und ihre Menschen vor, zum Beispiel "chinesische Perlenfischer". Gelehrte konnten sich damals noch keinen wirklichen Reim machen auf die Ozeane, lesen wir, sie glaubten sie bevölkert von "Sirenen, Meermönchen und anderen 'Mixanthropoi'" - lustig will sich Jaspert aber nicht darüber machen, schließlich gibt es auch heute noch sehr vieles, was der Mensch nicht über das Meer weiß. Anhand sehr vielfältiger Quellen, einschließlich Kochbüchern und Gerichtsakten, fächert der Autor kulturelle, politische und religiöse Aspekte auf, vor allem der wirtschaftliche Aspekt spielte eine große Rolle, so Lenzen: Fischfang - und Handel bedeuteten Reichtum, mussten aber auch schon früh von Herrschern reguliert werden - wegen Überfischung. Auch anderen Kostbarkeiten der Meere widmet sich Jaspert und schildert die Berufe von "Muschelzüchtern, Bernsteinsuchern und Salzsiedern". Die Kritikerin scheint dem Buch jedenfalls viele interessante Infos entnommen zu haben.
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