Herausgegeben von Lesley A. Martin. Text von Russell Ferguson mit einem Interview von Gilbert Vicario. Mit 90 farbigen Abbildungen. Die in Korea geborene, amerikanische Konzeptkünstlerin Nikki S. Lee bedient sich in ihren Arbeiten sowohl der Mittel der dokumentarischen Straßenfotografie als auch der einer Performance: Sie schlüpft für ihre Fotoserien in typische Rollenbilder verschiedenster sozialer oder ethnischer Gruppen. Bei ihrer ersten Arbeit dieser Art, "The Tourist Project", präsentierte sich Nikki S. Lee als kamerabewehrte japanische Touristin auf Sightseeing-Tour in New York. Später folgten weitere "Projects", die der vorliegende Band erstmalig dokumentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.07.2001
Fasziniert ist Rezensent Daniel Kothenschulte von der Arbeit der koreanischen Künstlerin Nikki S. Lee, die sich alle paar Momente völlig neu inszeniert, ihr soziales Umfeld wechselt und sich dann von den neugewonnenen Freunden amateurhaft fotografieren lässt. Trotz aller Bewunderung für das Einfühlungsvermögen, das die Künstlerin bei ihren Szeneriewechseln beweist, regt sich bei ihm jedoch doch auch ein Funken Mitleid für die, die bei Lees häufigen Wechsel der Bekanntschaften zurück bleiben: Ihre Arbeit "spricht (auch) die traurige Sprache der Flüchtigkeit ihrer Zuwendung". Dennoch - spannend sind ihre Projekte nach Kothenschultes Meinung, nicht zuletzt weil sie "Bruchstellen zwischen Authentizität und Anbiederung" offen legen, und so versteht er sie als "Plädoyer dafür, die Individualität nicht in der Anbindung an soziale Codes zu suchen".
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