Nicolas Mahler

Ach die dumme Literatur!

Ausgewählt und gezeichnet von Mahler
Cover: Ach die dumme Literatur!
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518475409
Gebunden, 120 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Das Schreibleben berühmter Autorinnen und Autoren in all seinen Facetten - in Wort und 50 Bildern. Von der Schreibhemmung bis zu Unsterblichkeitsfantasien, von der missglückten Dichterlesung bis zu Neidattacken gegen erfolgreiche Kollegen, von lästigen Kritikern bis zu deprimierenden Honorarabrechnungen."Ach die dumme Literatur!", beklagte Hermann Hesse in einem Brief 1907 die Schwierigkeit, "was Rechtes" zu Papier zu bringen. "Es gelingt mir fast nichts", notierte Max Frisch, während Ingeborg Bachmann immer wieder unter Motivationsproblemen litt: "Mein Gedicht-Ehrgeiz ist zero."Kurzum: "Ein Buch zu veröffentlichen, bringt dieselben Komplikationen mit sich wie eine Hochzeit oder eine Beerdigung." (E.M. Cioran) Nicolas Mahler hat in Briefen und Tagebüchern bekannter Autorinnen und Autoren gestöbert und gleichermaßen niederschmetternde wie erheiternde Zeugnisse literarischer Knochenarbeit zu Tage gefördert. Und dabei ganz nebenbei Hermann Hesse einen seiner sehnlichsten Wünsche erfüllt: "Ferner möchte ich ein humoristisches Büchlein haben, mit guten Witzen und dergleichen."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.04.2026

Als Nicht-Schriftsteller stellt man sich das Leben der Autoren immer ganz entspannt vor, weiß Rezensentin Judith von Sternburg, aber mit diesen Vorstellungen räumt Comiczeichner Nicolas Mahler in seinem neuen Band auf. Mit seinen Zeichnungen und Textzusammenstellungen nimmt er die Abgründe des literarischen Betriebs aufs Korn, seien es die Tiraden von Thomas Bernhard, für die Mahler laut Sternberg ohnehin Experte ist, ein desinteressierter Peter Handke, der sich dem Gespräch mit Samuel Beckett verweigert oder auch die Tragik des schreibblockierten Wolfgang Koeppen, die mit den drei Worten "Ich habe nichts" zusammengefasst wird. Die Anekdoten gefallen der Kritikerin ebenso wie die Aphorismen, ganz besonders freut sie sich aber, dass Mahler mit viel Witz allerhand Eitelkeiten offenbart. Vielleicht sind in Wahrheit ja die Zeichner jene, die ein entspanntes Leben führen, glaubt sie. 

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