Nicolas Dickner

Tarmac - Apokalypse für Anfänger

Roman
Cover: Tarmac - Apokalypse für Anfänger
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783627001711
Gebunden, 253 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Andreas Jandl. "Tarmac - Apokalypse für Anfänger" erzählt die Geschichte der Familie Randall. Seit über sieben Generationen durchleben alle Angehörigen ihre schlimme Viertelstunde: jenen Moment, in dem ihnen durch eine Vision das präzise Datum des Weltuntergangs offenbart wird über die Jahrhunderte natürlich immer ein anderes Datum. Im Sommer 1989 versucht Ann Randall ihrem Schicksal zu entfliehen und packt alles für eine nukleare Katastrophe Überlebensnotwendige in ihren alten Lada. Es bleibt kaum Platz für ihre Tochter Hope, den letzten Spross in der langen Linie der Randalls, und die einzige, die das Datum ihres Weltuntergangs noch nicht offenbart bekommen hat.
Arme Hope Randall: Nachdem sie mit Ihrer Mutter in dem kleinen kanadischen Nest Riviere-du-Loup gestrandet ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als abzuwarten. Währenddessen begegnet sie dem gleichaltrigen Mickey: Sprössling eines Familienclans, der seit mehreren Generationen in der Betonherstellung tätig ist. Er ist verzaubert von Hopes roten Haaren, ihren Sommersprossen und ihren 195 IQ-Punkten. Hope wiederum findet Halt in den langen Abenden, die die beiden im Familienkeller von Mickeys Eltern verbringen und die sie vor den Wahnvorstellungen ihrer Mutter schützen. Doch Hope ist schließlich eine Randall, sie entkommt ihrem Schicksal nicht. Nachdem ihr ein Datum, der 17. Juli 2001, offenbart wird, macht sie sich auf eine lange Reise.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2011

Nach kurzem Stutzen über den seltsamen Romantitel stürzt sich Rezensent Niklas Bender wie es scheint kopfüber in die Liebesgeschichte der Jugendlichen Hope Randall und Mickey Bauermann. Wie schon in seinem Debüt "Nikolski" wartet Nicholas Dickners mit einem Feuerwerk von lustigen Verwicklungen und originellen Einfällen auf, die insbesondere beim seltsamen Familiendefekt der Randalls - in der Pubertät werden alle von apokalyptischen Prophezeiungen heimgesucht - mit viel Freude an unerwarteten Verknüpfungen umgesetzt werden, wie der Rezensent lobt. Auch, dass der kanadische Autor seinen Figuren so viel Sympathie entgegenbringt, nimmt Bender zunächst für ihn ein. Allerdings findet er, dass sich Dickner ein wenig zu sehr in seine jugendlichen Protagonisten einfühlt, sich dadurch nicht nur in Jugendjargon sondern in die alterstypische "Apathie" verliert, was der Spannung des Romans nicht gerade förderlich sei. Und als die apokalyptischen Visionen, die jedes Randall-Familienmitglied beuteln, sich als Metapher für das Ende der Kindheit entpuppen, ist es mit der Sympathie des Rezensenten fast vorbei.
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