Natasha Stagg

Erhebungen

Roman
Cover: Erhebungen
Edition Nautilus, Hamburg 2018
ISBN 9783960540816
Gebunden, 192 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Georg Felix Harsch. Ein Roman über Aufstieg und Fall in Zeiten von Social Media: Die 23-jährige Colleen hat einen öden Job an einem Marktforschungsinstitut in Tucson, Arizona. Sie schlafwandelt fast durch ein Leben zwischen stumpfem Arbeitsalltag, ermüdenden One-Night-Stands und ihrer nie fertig eingerichteten Wohnung in einem gesichtslosen Apartmentblock in der Peripherie. Einen kurzzeitigen Kick findet Colleen darin, Geld für Sex zu nehmen - doch wirklich lebendig wird sie nur, wenn sie online ist: Im Netz kann sie sich neu erfinden, berauscht von ihrem eigenen, an Klickzahlen nachzuverfolgenden Marktwert.
Colleen wird zum Internet-Star, als sie von Jim entdeckt wird, einer semiprominenten Social-Media-Ikone von geheimnisvoller Männlichkeit. Sie verliebt sich in ihn und zieht nach Los Angeles. Die beiden treten nun, mit großer Sorgfalt inszeniert, als das It-Paar auf: Gefeiert von ihren Fans hoppen sie von einer gesponserten Party zur nächsten und verdienen als professionelle Narzissten groß am Hype um ihr Image. Aber dann taucht Lucinda auf, die ihre Online-Persona genauso stetig neu erfindet wie Colleen - nur immer ein kleines bisschen besser …

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2018

Rezensent Caspar Shaller fragt sich beim Lesen von Natasha Staggs Roman um exzessives Self-Branding und Internetliebe des öfteren, ob es sich um Tiefgründigkeit handelt oder die Simulation von Tiefgründigkeit. Shaller tendiert schließlich zu letzterem, findet er Staggs Stil doch so flach und monoton, die Figuren so austauschbar und die Dialoge so banal, dass es für ihn nicht mehr darauf ankommt, ob es sich um erzählerisches Kalkül handelt oder nicht. Ein Bret Easton Ellis der 2010er wird Stagg nicht, da ist sich Shaller sicher. Als Sammlung soziologischer Aphorismen taugt das Buch vielleicht, als Roman sicher nicht, meint er.
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