Aus dem Amerikanischen von Rüdiger Hipp. Muddy Waters, Chuck Berry, Etta James, Bo Diddley, Howlin' Wolf - die meisten großen Namen des Blues begannen ihre Karriere bei Chess Records. Der Name Chess stand lange Zeit sogar als Synonym für diese Musik, die mit den Musikern aus dem Süden der USA nach Chicago gelangt war und von dort aus ihren Siegeszug durch die Staaten antrat. Gegründet von den Brüdern Leonard und Phil Chess in Chicago, war die Plattenfirma Chess Records mit ihren Unterlabels Checker, Argo und Cadet treibende Kraft für die Karriere von zahlreichen Blues-, R'n'B- und Jazzmusikern und damit eine der Wurzeln des Rock'n'Roll. Wie es zu dieser Erfolgsstory kommen konnte, hat Nadine Cohodas sorgfältig recherchiert und in eine Form gebracht, die sich spannender liest als ein Wirtschaftskrimi.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.03.2004
Adam Olschewski meint, wer bisher die Musikproduzenten Leonhard und Philip Chess aus den Anfängen der Popmusik in den 50er Jahren nicht kannte, kann diese "Bildungslücke" mit dem Buch der amerikanischen Journalistin Nadine Cohodas "einigermaßen schließen". So richtig zufrieden ist der Rezensent aber nicht, denn für seinen Geschmack lässt das Buch zuwenig von der Atmosphäre jener frühen Tage des Pop spüren. Das liegt seiner Ansicht nach vor allem an dem recht "spröden" Stil der Autorin, der auch durch die Übersetzung nicht gemindert wird. Außerdem hätte er sich gewünscht, dass es Cohodas gelungen wäre, das "Besondere", das die vielen Musiker an die Chess-Brüder band, "tiefergehend zu prüfen". Immerhin attestiert er der Autorin, die ihr zugänglichen Quellen sorgfältig ausgewertet und einen Eindruck vermittelt zu haben, dass auch die Anfänge der Populärmusik durchaus nicht unschuldig waren, sondern bereits damals mit Schmiergeldern und faulen Tricks gearbeitet wurde.
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