Seit Anfang der 90-er Jahre zählt Miroslav ?ik zu den erneuernden und hinterfragenden Geistern innerhalb der schweizerischen und der deutschsprachigen Architekturdiskussion. ?ik sucht die gleichsam subversive wie kraftvolle Mitte zwischen der schamlos banalen und der überambitionierten Architektur. Seine Aufmerksamkeit und Hinwendung gilt dem Menschen, der die Gebäude bewohnt und grundsätzlich dem Notwendigen, als dem Gegenteil des Überflüssigen. Das Buch stellt mittels den subtilen Fotos von Christian Kerez und Walter Mayr und Plänen drei jüngere Bauten des Zürcher Architekten und Lehrers an der ETH Zürich vor: Bildungszentrum in Morges bei Lausanne 1991-1996; Erweiterung und Renovation Kirchenzentrum in Egg bei Zürich 1988-1997 und Neubau Musikerzentrum in Zürich 1993-1998. Durch die drei Projekte führen anspruchsvolle Texte der drei jüngeren Schweizer Architekturkritiker André Bideau, Alberto Dell?Antonio und Martin Tschanz. Ausgewählte Textausschnitte von Miroslav ?ik dokumentieren die Grundzüge seiner reichen theoretischen Grundlage.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.10.2000
Zwei Bände aus der "De Aedibus"-Reihe des neuen Luzerner Architekturverlags Quart bespricht Fabrizio Brentini in einer Doppelrezension, den Band "Räumlinge" über die Architekten Valetin Bearth und Andrea Deplazes und den Band "Altneu" über die Bauten von Miroslav Sik. Dabei geht er zunächst auf die Konzeption der Reihe ein: Sie soll im alten Buchformat Quart sorgfältige Monographien über jüngere Architekten versammeln.
1) "Räumlinge"
Und sorgfältig findet Bentini diesen Band auch. Er spricht über die Fotos, die zeigen, wie sich die Bauten des Architektenteams von Bestehendem absetzen, ohne die Harmonie mit der Umgebung aufzukündigen. Auch Anlehnungen an traditionelle Bauvorbilder im Bündnerland erkennt der Rezensent.
2) "Altneu. Miroslav Sik"
Konservativ sei dieser Architekt, meint Brentini, aber auch enigmatisch. Er beschreibt, wie sich Siks Bauten ganz anders als bei den obigen Architekten so vollkommen in Umstehendes einpassen, dass sie kaum mehr als eigenes Werk zu erkennen sind. Den Titel des Bandes, "Altneu", findet Brentini darum sehr glücklich gewählt.
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