Klappentext
Aus dem Tschechischen von Raija Hauck. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist St. Georg ein Ort, an dem Wunder Alltag sind: Man spricht mit Heiligen, geht über Wasser, pfeift Steine entzwei. Doch die neue Zeit rückt näher. Als der totgeglaubte Odysseus nach fünfzehn Jahren zurückkehrt, geraten Ordnung, Glaube und Erinnerung ins Wanken - die stumme Julia scheint sowohl an ihm als auch an seinem Bruder interessiert."Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt" ist ein Roman, der mit Motiven des magischen Realismus spielt. Hlaučo erzählt vielstimmig von einer Welt an der Schwelle zur Moderne, von Sprache, Verwandlung und dem Moment, in dem aus einem Ende ein Anfang wird. In St. Georg treffen das Mystische und das Mechanische aufeinander, die alten Wunder funktionieren noch - doch niemand weiß, wie lange.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 04.03.2026
Einen großen Erzähler entdeckt Rezensentin Olga Hochweis in diesem Buch. Miroslav Hlaučo entführt seine Leser ins Jahr 1903 und in ein Städtchen namens St. Georg, dessen Bewohner magisch befähigt sind und beispielsweise Felsen mit einem Pfeifton zu spalten vermögen. In diesen Ort kehrt die Hauptfigur Odysseus Pastyr zurück und führt die Moderne in Form von, unter anderem Nähmaschinen ein. Die Namenswahl des Protagonisten ist kein Zufall, Hlaučos kurzweiliges, humorvolles Romandebüt besticht durch zahlreiche kulturhistorische Verweise, von der Bibel bis zu Gogol reicht das intertextuelle Referenzsystem. All das ergibt ein reichhaltiges, starkes Buch, schließt Hochweis.
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